Patientenfragen kompakt – Thema: Bandscheibenvorfall & Rückenschmerzen
Shownotes
Prof. Dr. med. Christian Woiciechowsky Pivatpraxis für Neurochirurgie, Rücken- & Sportmedizin und Schmerztherapie Tauentzienstr. 7B/C 10789 Berlin
Tel.: 030 26396480 oder 030 89048503 FAX: 030 263964811 WhatsApp: https://wa.me/message/5XRR2QVMDOZ2J1 email: prof@woiciechowsky.de www.neurochirurgie-berlin.org www.kreuzschmerzen.org
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00:00:00: Guten Morgen, guten Tag, guten Abend. Schön, dass Sie wieder da sind bei unserem Podcast
00:00:05: "Rückenschmerzen verstehen, Rückenschmerzen beheben". Hier geht es um echte Erfahrung,
00:00:10: aus über 35 Jahren Praxis, verständlich, klar und nah am Patienten. Ich erkläre Ihnen,
00:00:18: wie man Rückenschmerzen richtig einordnet, worauf Sie achten sollten und welche Therapien wirklich
00:00:23: helfen. Bleiben Sie dran. Heute dreht sich alles um Patientenfragen. Das ist ein neues Format hier
00:00:32: in unserem Podcast, aber das habe ich mir schon lange überlegt und ich hatte ja immer wieder
00:00:38: ermuntert, Fragen zu stellen, zu bestimmten Themen, zu bestimmten Podcasts und ich habe
00:00:45: jetzt auch die Fragen gesammelt und mal geschaut, welche Fragen öfters auftauchen und wo ich mir denke,
00:00:51: das könnte interessant sein für alle und ich freue mich auch auf diese Interaktion, weil das
00:00:57: doch auch ein Zeichen dafür ist, dass man sich für diese Themen interessiert, sich damit auseinandersetzt
00:01:02: und dann ergeben sich halt die Fragen und ich werde mal versuchen, so einige Sachen hier mal
00:01:08: herauszuarbeiten und dann werden wir ja sehen, wie wir damit weiter verfahren. Die Frage Nummer
00:01:14: eins war eine Patientin, die hatte schon zwei Bandscheibenvorfälle und hat jetzt einen dritten
00:01:21: Bandscheibenvorfall bekommen. Die Frage war jetzt, was soll ich tun, soll ich mir jetzt eine
00:01:27: künstliche Bandscheibe implantieren lassen, was mir meine Orthopäde vorgeschlagen hat oder
00:01:31: vielleicht sogar das Segment versteifen. Insgesamt ist das schon eine sehr komplexe Frage. Man hat
00:01:39: jetzt zwei Bandscheibenvorfälle und hat jetzt den dritten bekommen und ja, wenn man den operiert,
00:01:45: kann man dann mal einen vierten bekommen. Solange ja die Bandscheibe irgendwie da ist, besteht ja
00:01:50: immer das Risiko, dass ja doch mal ein Vorfall kommen kann und nun nach dem Motto, wenn ich jetzt
00:01:57: mir die ganze Bandscheiben rausnehmen lasse, dann kann ich da zumindest keine Vorfall mehr bekommen.
00:02:03: Vielleicht zunächst einmal die Frage, warum kann man überhaupt an der gleichen Stelle mehrere
00:02:10: Bandscheibenvorfälle bekommen? Die Antwort ist eigentlich relativ einfach, denn wenn wir eine
00:02:17: Bandscheibenvorfalloperation durchführen, dann nehmen wir nur das eine Stück heraus,
00:02:24: was letztendlich vorgefallen ist und auf den Nerven drückt. Wir entfernen ja nicht die ganze
00:02:30: Bandscheibe. Das würde auch keinen Sinn machen, weil wir wollen ja auch noch die Funktion der
00:02:36: Restbandscheibe erhalten. Also wir entfernen das Stück, was vorgefallen ist. Die Bandscheibe
00:02:41: besteht ja aus zwei Teilen. Wir haben halt einen äußeren Fasering und einen inneren Weichenkern.
00:02:46: Der äußere Fasering ist eingerissen, das ist ja die Ursache, weshalb überhaupt ein Teil des
00:02:51: Weichenkerns vorfallen kann und dann eben auf den Nerven drückt. Und wenn wir jetzt den Vorfall
00:02:56: entfernen, dann bleibt ja immer noch die Lücke im Fasering stehen. Da hat man natürlich schon
00:03:01: ein Risiko, dass das lockere Bandscheibengewebe, was halt im Inneren ist, wieder vorfallen kann.
00:03:07: Das Risiko ist sogar innerhalb der ersten sechs Wochen am höchsten, aber auch dann, wenn sich eine
00:03:12: gewisse Narbe gebildet hat, die eben diese Öffnung im Fasering verschließt, so ist ja die Narbe schon
00:03:21: eine Schwachstelle. Sie hat ja nicht die gleiche Festigkeit wie der ursprüngliche Fasering. Das
00:03:27: ist ja letztendlich immer so, Sie wissen ja, wenn man irgendwie was klebt, was zerbrochen war,
00:03:33: dann ist natürlich diese Klebestelle auch immer so ein bisschen der Schwachpunkt, weil es ist halt
00:03:38: nicht mehr die originale Materialverbindung. Wenn man halt immer noch Risikofaktoren hat,
00:03:44: die eben den Verschleißprozess vorantreiben und eben auch zu erhöhenes Bandscheibenindrucks
00:03:51: führen, dann hat man auch ein gewisses Risiko, nochmal einen Bandscheimvorfall zu bekommen.
00:03:57: Das Risiko ist auch gar nicht so gering. Es wird halt in der ersten Zeit, das heißt innerhalb der
00:04:04: ersten sechs Wochen auf circa fünf, manchen Studien sogar auf zehn Prozent bemessen, hängt
00:04:10: vielleicht auch ein bisschen von der Operationstechnik ab. Im Laufe des Lebens kann man sogar mit einem
00:04:16: Risiko von 15 bis 20 Prozent einen neuerlichen Bandscheimvorfall an der gleichen Stelle bekommen,
00:04:22: wenn man eben einen Bandscheimvorfall hatte. Das hängt auch mit verschiedensten Faktoren zusammen.
00:04:27: Manche bekommen ja niemals einen Bandscheimvorfall und manche bekommen öfters einen Bandscheimvorfall.
00:04:32: Wir hatten schon mal einen anderen Podcast darüber diskutiert, das genetische Faktoren,
00:04:37: Belachtungsfaktoren etc. eine Rolle spielen. Das will ich jetzt hier nicht nochmal ausführen.
00:04:42: Trotzdem ergibt sich die Frage, wenn man einen neuerlichen Bandscheimvorfall bekommt und in
00:04:48: diesem Fall einen dritten, wie ist da das Vorgehen? Und eigentlich ist das Vorgehen genau so wie beim
00:04:55: ersten Bandscheimvorfall. Wir würden wieder mit konservativen Maßnahmen beginnen und würden
00:05:00: wieder versuchen zunächst das körpereigen Immunsystem zu motivieren, den Bandscheimvorfall zu
00:05:07: beseitigen und wir würden uns in erster Linie auf die Schmerzen konzentrieren. Die Chance,
00:05:13: dass sozusagen die konservative Therapie bei dem zweiten oder vielleicht sogar dritten Bandscheimvorfall
00:05:17: greift, ist allerdings geringer, weil wir haben ein Narbengewebe, was sich eventuell um diesen
00:05:24: Bandscheimvorfall gebildet hat und dieses Narbengewebe stellt eine gewisse Barriere dafür,
00:05:29: dass Immunsysteme wie die Immunzellen, die ja den Bandscheimvorfall auflösen sollen. Wir hatten
00:05:33: ja schon in den anderen Postkast über den Bandscheimvorfall darüber gesprochen, dass das
00:05:38: Immunsystem an den Bandscheim eh nicht so aktiv ist, weil es aufgrund der geringeren Gefäßrate
00:05:46: schlechter hinkommt und dann haben wir noch die Narbe. Also die Chancen sind geringer. Aber nicht
00:05:52: das so trotz, sollte ein Versuch unternommen werden, wenn nicht andere Dinge dagegen sprechen, wie
00:05:57: eben neurologische Ausfälle etc. Und dieser Versuch sollte auch wieder über vier bis sechs Wochen
00:06:01: stattfinden, wenn er vom Patienten toleriert wird. Wir hatten auch darüber gesprochen, dass man
00:06:07: durchaus abgerzungen nehmen kann. Das muss letztendlich zwischen Patientin und Behandler
00:06:13: abgesprochen werden und dann sind natürlich auch verschiedene Dinge möglich. Aber ich würde
00:06:19: nicht empfehlen, gleich eine künstliche Bandscheibe oder eine Versteifung durchzuführen, wenn es darum
00:06:26: geht, einen Rezidiv-Bandscheimvorfall zu entfernen. Der Grund ist klar, man hat erst mal ein Problem
00:06:33: gelöst, aber die Versteifung oder auch die künstliche Bandscheibe sind erstens mit ganz
00:06:38: anderen Risiken verbunden. Die Operation ist einfach risikoreicher und komplikationsbehafteter.
00:06:42: Andererseits ist sie auch nicht ohne Probleme für die Zukunft. Deshalb immer den kleinsten
00:06:50: Eingriff und dann versuchen natürlich, ein erneutes Rezidiv zu verhindern. Da kommen wir schon zur
00:06:57: nächsten wichtigen Frage, der ein Patient gestellt hat und zwar, wie kann ich einen Bandscheimvorfall
00:07:03: verhindern, beziehungsweise das Risiko, einen erneuten Bandscheimvorfall zu bekommen, wenn ich
00:07:10: schon mal einen hatte. Wie gesagt, es ist so, dass man dann ein höhes Risiko für einen Vorwahl hat,
00:07:15: weil eben diese Öffnungsstelle im Fasering nur mit einer Narbe verschlossen ist und diese Narbe
00:07:22: eben nicht die Festigkeit des Originalgelebens hat. Deshalb gibt es zwei Dinge, die man tun sollte,
00:07:29: um eben ein Rezidivvorfall vorzubeugen. Das ist einerseits schon eine gewisse Änderung im
00:07:36: Lebensstil. Das heißt, die Risikofaktoren minimieren und wir hatten auch schon mal gesprochen,
00:07:41: was sind Risikofaktoren? Risikofaktoren sind solche Dinge, die eben zu einem Bandscheimindruck
00:07:47: Erhöhung führen und die eben diese Versorgung der Bandscheibe nicht aufrecht erhalten. Die Bandscheibe
00:07:55: ist ja wie so ein kleiner Schwamm, der immer nur ausgepresst wird und wieder Nährstoffe aufnimmt
00:08:01: und dieses Hin und Her braucht die Bandscheibe, um sich zu ernähren und fit zu halten und wenn
00:08:07: wir zum Beispiel lange sitzen und die Bandscheibe immer ausgedrückt ist, dann versauert die,
00:08:13: dann häufen sich also Stoffwechselndprodukte an, in die ein saures Milieu erzeugen und das führt
00:08:20: natürlich dann eben zum Absterben von Bandscheimzellen und der Generation des Verschleißes
00:08:27: pflanzt sich fort. Auf der anderen Seite ist eben gut, wenn man die Belastung der Bandscheibe
00:08:33: reduziert in dem anderen Strukturen, teilweise Funktionen übernehmen und das ist halt die
00:08:39: Muskulatur, die um die Wirbelsäule herum gebaut ist. Sie kann halt gewisse lasterne Bandscheibe
00:08:44: nehmen, wenn wir eine gute Rumpfstabilität haben. Auf Ziele eben die ganzen Vorbeugemaßnahmen,
00:08:50: dass wir eben regelmäßig Training durchführen, um eben die Rumpfstabilität zu verbessern. Dies
00:08:57: kann am Anfang natürlich in der Physiotherapie durchgeführt werden unter Aufsicht, wo auch
00:09:01: kontrolliert wird, ob wir die Übungen richtig machen und wenn wir das sozusagen so drauf haben,
00:09:06: dann kann das natürlich auch zu Hause erfolgen. Wichtig ist halt die Regelmäßigkeit, dass wir
00:09:12: uns wirklich einen Plan zurechtlegen und irgendwie jeden Tag vielleicht 10 Minuten oder 15 Minuten
00:09:17: machen oder jeden zweiten Tag 20 Minuten. Aber die Regelmäßigkeit ist wichtig, früher gleicher
00:09:22: Zeitpunkt, entweder morgens oder abends und dann hat man schon zumindest einiges getan,
00:09:29: um das Risiko zu minimieren. Man kann es nicht vollständig beseitigen. Ich möchte hier auch
00:09:34: die Gelegenheit nutzen, sie aufzufordern, wenn ihnen der Podcast gefallen hat, mir einen Kommentar
00:09:40: zu schreiben beziehungsweise auch eine Bewertung bei Spotify. Das hilft einfach die Reichweite des
00:09:48: Podcasts zu erweitern und weiteren Interessenten die Gelegenheit zu geben, sie mich zu finden.
00:09:54: Ich möchte auch die Gelegenheit nutzen, gleich mal auf den nächsten Podcast aufmerksam zu machen,
00:09:58: um halt doch das Interesse aufrecht zu erhalten und der nächste Podcast wird sich dem Thema
00:10:04: widmen, Zweitmeinung. Wie wichtig ist Zweitmeinung? Wo hole ich mir eine Zweitmeinung? Warum brauche
00:10:10: ich eine Zweitmeinung? Und wenn man sich sozusagen die OP-Zahlen anschaut bei Wirbelsäulen Eingriffen,
00:10:17: so gab es 2006 deutschlandweit 97.000 Wirbelsäulen Eingriffe, 2020 waren es bereits 735.000. Also
00:10:30: das ist ja locker mal eine Verachtfachung der Eingriffe. Manchmal wird argumentiert, ja die
00:10:35: Demografie hat sich verändert, aber das kann man nicht so gelten lassen, denn es gab 1990 7 Millionen
00:10:45: 70-Jährige und 2023 13,5 Millionen 70-Jährige. Also das ist ja gerade mal das 1,5-Fache und nicht
00:10:55: das 7-Fache. Also beim nächsten Mal geht es um Zweitmeinung, warum soll ich mir eine holen und wo
00:11:02: bekomme ich auch eine, sagen wir mal, adäquate, sufficente Zweitmeinung?
00:11:08: Nun wieder zurück zu unseren Fragen. Und ich habe hier wieder eine sehr interessante Frage.
00:11:12: Alles Patientin, der kurzfristig nach einer Bandscheidenvorwaltoperation sich an mich gewandt hat,
00:11:18: weil er immer noch Beschwerden hatte.
00:11:20: Da geht es schon darum, die Frage, was sind das für Beschwerden?
00:11:24: Sind das Schmerzen im Bein, wie Vorderoperation, oder sind das jetzt Rückenschmerzen?
00:11:30: Und wie stark sind die Schmerzen? Hat sich denn irgendetwas verbessert oder verschlechtert?
00:11:36: Wie lange haben die Schmerzen vor der Operation bestanden?
00:11:40: Das sind alles so Fragen, die dann auch erklären können, warum man nach einer Bandscheidenoperation
00:11:47: nicht gleich am nächsten Tag vielleicht komplett beschwerdefrei ist.
00:11:51: Insbesondere spielt die Dauer der Beschwerden eine Rolle.
00:11:55: Das bedeutet, wenn ich vor der Operation bereits mehrere Monate oder vielleicht ein, zwei Jahre bereits beschwerden hatte,
00:12:04: dann hat der Nerv einen Schaden erlitten und dieser Schaden ist eben nicht sofort mit der Operation beseitigt,
00:12:11: da dort eben nur der Druck von der Bandscheibe genommen wird.
00:12:15: Aber die Veränderungen innerhalb des Nerven, die müssen sich dann zurückbilden.
00:12:19: Vielleicht irgendwelche zündlichen Veränderungen am Nerven, vielleicht auch eine Nervenschwellung.
00:12:23: Also es muss nicht sein, dass nach einer Bandscheidenoperation sofort alle Beschwerden weg sein sollen.
00:12:31: Aber es sollte schon so sein, dass zumindest eine Besserung eingetreten ist, vielleicht 50%, vielleicht auch mehr.
00:12:39: Und wenn die Zeit zwischen dem Bandscheidenvorfall und der Operation sehr kurz ist, dann haben wir auch eine Besserung um 100%.
00:12:47: Das Zweite ist der Rückenschmerz.
00:12:50: Es gibt Patienten, die sind einem Bandscheidenvorfall operiert worden und berichten, die Schmerzen im Bein sind weg,
00:12:57: aber meine Rückenschmerzen sind immer noch vorhanden.
00:13:00: Das kann auch sein, weil die Rückenschmerzen zwar indirekt mit dem Bandscheidenvorfall zu tun haben,
00:13:08: aber eben auch nicht durch die Entfernung des Bandscheidenvorfalls sofort weg sind,
00:13:12: weil es sind in erster Linie muskuläre Schmerzen.
00:13:16: Und diese muskulären Schmerzen entstehen häufig aufgrund einer Fehlhaltung durch den Bandscheidenvorfall.
00:13:22: Der Körper sucht sich sozusagen eine Position, wo er weniger Schmerzen hat, wo er vielleicht den Druck vom Nerven etwas weg nimmt.
00:13:30: Deshalb laufen Patienten meistens etwas schief.
00:13:33: Das heißt, wenn der Bandscheidenvorfall rechts ist, dann ist die Wirbelsäule eher etwas nach links geneigt.
00:13:38: Und dann haben die eben diese skoliotische Fehlhaltung oder sie laufen etwas nach vorn geneigt.
00:13:44: Und das führt natürlich zu muskulären Verspannungen.
00:13:47: Und diese muskulären Verspannungen sind eben nicht sofort mit einer Bandscheimoperation beseitigt.
00:13:54: In solchen Fällen gilt es natürlich auch etwas Ruhe zu bewahren und nicht gleich wieder vielleicht eine Diagnostik zu machen,
00:14:01: gleich wieder schnell ein MRT machen, wo man vielleicht auch irgendetwas sieht, was nicht sicher interpretiert werden kann.
00:14:08: Wir haben natürlich nach einer Bandscheimoperation durchaus kleine Einblutungen in das OP-Gebiet.
00:14:14: Und die können auch einen Rezidiv-Bandscheimvorfall vortäuschen.
00:14:18: Und man hat dann immer das Risiko, wenn man solche Bilder macht, die vielleicht nicht so gut zu interpretieren sind,
00:14:25: dass dann vielleicht auch nicht die optimalen Entscheidungen getroffen werden.
00:14:29: Also, wenn es nach einer Bandscheimoperation nicht zu einer neurologischen Verschlechterung gekommen ist,
00:14:35: das bedeutet, der Patient hat jetzt nicht irgendwie eine Lehmung entwickelt, die er vorher nicht hatte
00:14:39: oder starke Sensibilitätsstörungen, die er vorher nicht hatte, die dann doch schon, sagen wir mal, nachdenken lassen,
00:14:46: nicht doch vielleicht nochmal einen Diagnostik zu machen, um eben Komplikationen auszuschließen,
00:14:52: dann würde ich immer empfehlen, erstmal abzuwarten.
00:14:55: Vielleicht muss man auch nochmal eins verborgen, Schmerzmedikamente nehmen,
00:14:59: um eben solche posterbratlichen Veränderungen aufgrund von Reizung, Schwellung, Entzündung, dann eben medikamentös zu kopieren.
00:15:08: Auf alle Fälle sollte natürlich mit der Zeit der Trend dahingehen, das Beschwerden sich verringern und letztendlich auch komplett verschwinden,
00:15:17: weil das Ziel der Bandscheimoperation ist ja, dass wir unsere Patienten wieder zurück in ihren Alltag bringen,
00:15:24: zurück zu ihrer ursprünglichen Aktivität, zurück zum Job und auch zurück zum Sport.
00:15:30: Ja, das waren jetzt die Fragen zum Bandscheimvorfall.
00:15:33: Ich habe nochmal eine letzte Frage und die betrifft die Facettengelängsdenevation.
00:15:38: Auch ein Patient, der einen Facettensyndrom gelitten hat und eine Facettendenevation bekommen hat, die ihm auch gut geholfen hat.
00:15:47: Aber nun sind nach 1,5 Jahren die Beschwerden wiedergekommen und er steht jetzt irgendwie vor der Frage,
00:15:53: soll ich mich nochmal denervieren lassen und wie oft kann man das überhaupt machen?
00:15:58: Auf alle Fälle kann man sich nochmal denervieren lassen.
00:16:01: Es ist ja im Prinzip eine relativ harmlose Maßnahme, die ambulant durchgeführt werden kann.
00:16:09: Ich empfehle immer, dass wir auf alle Fälle nochmal eben eine Denevation durchführen und wenn nichts dagegen spricht, auch nochmal ambulant.
00:16:18: Ich hatte auch schon ein Podcast erwähnt, dass wir natürlich versuchen, neben der Denevation auch die Ursache für diese Nervenreizung zu therapieren
00:16:27: und das geschieht eben mit der Eingrottherapie, weil wir eben diese Facettengelängsartrose zumindest etwas im Zaun halten wollen,
00:16:35: dass es eben nicht zu einem Ubersprung der entzündlichen Reaktion auf die Nerven kommt, weil das löst natürlich den Schmerz aus.
00:16:44: Aber auch wir schaffen natürlich nicht mit der Eingrottherapie komplett, diese Artrose zu beseitigen.
00:16:48: Es ist ein fortschreitender Prozess, der verschiedenste Ursachen hat
00:16:52: und diese verschiedensten Ursachen können wir nicht beseitigen genauso wenig wie wir leider das Alter irgendwie beseitigen können.
00:17:01: Also wenn man eine Facettendenevation hatte und diese Facettendenevation hat sehr gut geholfen, dann kann man auf alle Fälle nochmal alle durchführen.
00:17:09: Ich empfehle trotzdem vorher nochmal die Diagnostik durchzuführen, vor allem eben auch die Untersuchung des Patienten.
00:17:16: Hat sich irgendetwas am Beschwerdebild verändert, gibt es irgendwie einen Grund vielleicht nochmal die Diagnostik durchzuführen,
00:17:24: ein Röntgen oder ein MRT war vielleicht vorher auch schon mal ein kleines Wirbelgleiten da, vielleicht hat sich das verschlimmert.
00:17:31: Also man muss schon immer mal hinter die Kulissen schauen und mal überlegen, ob man bevor man eben eine neuliche Denevation durchführt,
00:17:38: auch nochmal diagnostisch schaut, ob sich irgendetwas an den Dingen verändert hat, die vielleicht auch die Therapie ändern könnten.
00:17:48: Wenn nicht, dann kann man die Facettendenevation durchführen.
00:17:51: Es ist halt auch immer mal die Überlegung, wollen wir es nochmal percutan machen, also ambulant oder doch vielleicht auch endoskopisch.
00:18:00: Wie ich auch in dem Podcast bezüglich der Facettendenevation dargestellt habe, mit der Endoskopie haben wir ein bisschen mehr Möglichkeiten.
00:18:07: Wir können halt das Gelenk eröffnen, wir können das Gelenk spülen, wir können die Kapsel noch zu herzlich schrumpfen,
00:18:12: wir können schauen, ob wir den Nerv sehen, wir können dann unter Sicht den Nerv koagulieren.
00:18:18: Also ich sage dann immer endoskopisch machen wir eine Facettengelenksbehandlung und nicht nur die Denevation,
00:18:24: weil wir uns auch ein bisschen um die Atrose mit kümmern und dadurch vielleicht auch etwas effektiver sind.
00:18:30: Und ich hatte ja auch darüber eine Studie durchgeführt, wo ich eben diese percutane mit der endoskopischen Denevation verglichen habe.
00:18:37: Und da haben wir doch bei der endoskopischen Denevation einen etwas längeren Zeitraum, der Beschwerdefreiheit erzielen können,
00:18:46: sodass das natürlich auch immer wieder eine Option ist.
00:18:50: Ja, ich möchte jetzt am Ende noch unsere Fragerunde zusammenfassen.
00:18:55: Das geht prinzipiell um den Rezedivbandscheimvorfall, das heißt um die Frage, ich hatte schon mal einen Bandscheimvorfall,
00:19:03: kann ich wieder einen bekommen und wenn ich den zweiten oder dritten Bandscheimvorfall bekomme, was soll ich dann tun?
00:19:11: Und die Antwort lautet, also im Prinzip geht man gleichermaßen vor wie beim ersten Bandscheimvorfall immer wieder konservativ versuchen,
00:19:18: auch wenn es sich vielleicht etwas geringer ist aufgrund der Vernarbung, wenn das leider nicht konservativ funktioniert,
00:19:25: dann ist der nächste Schritt wiederum eine mikrochirurgische Operation mit Entfernung des Bandscheimvorfalls.
00:19:32: Ich bin eher sehr zurückhaltend mit weiterführenden Maßnahmen, das heißt mit irgendwelchen künstlichen Bandscheiben
00:19:38: oder irgendwelchen Implantaten mit Versteifung etc., wenn es nur darum geht, einen Bandscheimvorfall zu entfernen,
00:19:45: weil auch mit diesen zusätzlichen Implantaten hat man vielleicht das Risiko eines erneuten Bandscheimvorfalls ausgeschlossen,
00:19:54: aber man hat dadurch auch andere Probleme zusätzlich neu aufgebürdet und deshalb muss man solche Indikationen streng stellen
00:20:02: und prinzipiell gibt es immer nur, wenn Instabilitäten vorhanden sind oder andere Problematik,
00:20:07: die dann letztendlich unabhängig von einem Bandscheimvorfall eine Rechtfertigung für künstliche Bandscheiben
00:20:13: oder Versteifungsapparationen sind.
00:20:15: Wir hatten auch darüber gesprochen, was man so tun kann, um eben einen Bandscheimvorfall recidiv vorzubeugen.
00:20:21: Da geht es eben auf der einen Seite darum, Belachungsfaktoren zu reduzieren
00:20:25: und auf der anderen Seite die Last von der Bandscheibe zu nehmen, indem wir eben die muskulaturkräftigen Rumpfstabilitätsübungen durchführen
00:20:34: und sozusagen den äußeren Mantel um die Bandscheibe kräftigen,
00:20:38: dass eben, wenn Kraft auf die Wirbelsäule einwirkt, nicht die Bandscheibe, das schwächste Glied ist
00:20:44: und dadurch kranleitet, sondern dass die kräftige muskulatur eben diese Krafteinwirkung aufnimmt und eben die Bandscheibe dadurch entlastet.
00:20:53: Letztlich gab es so die Frage bei der Facettendenevation.
00:20:56: Wenn man schon einmal facetten renoviert ist, sollte man es nochmal machen, wenn die Beschwerden wieder auftreten
00:21:01: oder kann man es nochmal machen und die Antwort lautet klar, man kann das nochmal machen.
00:21:06: Es ist eine minimalinvasive Technik, die wiederholt werden kann.
00:21:10: Es geht aber auch hier darum nochmal zu checken, ob andere Faktoren vielleicht im Verlauf die Schmerzen bedingen,
00:21:18: dass man nicht sozusagen nur schematisch einfach die Denevation wieder durchführt,
00:21:23: sondern natürlich auch nochmal genau beurteilt ist jetzt das Facettensyndromursache der Beschwerden
00:21:29: und ist die Facettendenevation wirklich hier die sinnvollste Maßnahme.
00:21:33: Dann geht es auch nochmal um die Frage, die Art der Facettendenevation,
00:21:37: will man wiederum nur eine percotane Technik machen, die ja eigentlich relativ harmlos ist und ambulant durchgeführt werden kann
00:21:44: oder will man eine kleine Stufe höher gehen und eine endoskopische Denevation vornehmen,
00:21:49: wo man eben doch ein bisschen mehr tun kann.
00:21:52: Wir nennen das ja dann eine Behandlung des Facettensyndroms an sich, weil man da eben auch die Kappe öffnen kann.
00:21:58: Das heißt, man tut auch etwas für die Arthrose oder für die entzündlichen Prozesse,
00:22:04: die mit der Arthrose verbunden sind, um eben dadurch auch dieses übergreifende Entzündung auf die Nerven zu verhindern
00:22:11: und dadurch eben den Schmerz zu beseitigen.
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