Der nicht-spezifische Kreuzschmerz und der Ironman
Shownotes
Nicht-spezifischer Rückenschmerz ist die mit Abstand häufigste Form von Rückenschmerzen. Etwa 85–90 % aller Rückenschmerzpatienten leiden darunter. „Nicht-spezifisch“ bedeutet, dass keine eindeutig erkennbare strukturelle Ursache wie ein Bandscheibenvorfall, eine Entzündung oder ein Bruch vorliegt. Vielmehr handelt es sich meist um funktionelle Beschwerden, die durch eine Kombination aus Muskelverspannungen, Bewegungsmangel, Fehlbelastung oder Stress entstehen. Die gute Nachricht: Auch wenn die Schmerzen akut und belastend sein können, sind sie in der Regel harmlos und verschwinden bei den meisten Menschen innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst wieder. Der wichtigste Ansatz in der Behandlung ist Aktivität. Bewegung, gezielte Physiotherapie und Übungen zur Stabilisierung und Kräftigung der Rumpfmuskulatur helfen oft besser als Medikamente oder Bettruhe. Auch Entspannungstechniken und das Erlernen eines gesunden Umgangs mit Stress spielen eine wichtige Rolle. Insgesamt zeigt die Erfahrung: Wer aktiv bleibt, sich regelmäßig bewegt und auf eine gesunde Lebensweise achtet, kann nicht-spezifischen Rückenschmerzen gut vorbeugen oder sie erfolgreich bewältigen.
Prof. Dr. med. Christian Woiciechowsky Pivatpraxis für Neurochirurgie, Rücken- & Sportmedizin und Schmerztherapie Tauentzienstr. 7B/C 10789 Berlin
Tel.: 030 26396480 oder 030 89048503 FAX: 030 263964811 WhatsApp: https://wa.me/message/5XRR2QVMDOZ2J1 email: prof@woiciechowsky.de www.neurochirurgie-berlin.org www.kreuzschmerzen.org
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00:00:00: Guten Morgen, guten Tag, guten Abend. Schön, dass Sie wieder da sind bei unserem Podcast
00:00:06: "Rückgeschmerzen verstehen, Rückgeschmerzen beheben".
00:00:09: Hier geht es um echte Erfahrung aus über 35 Jahren Praxis, verständlich, klar und nahm
00:00:17: Patienten. Ich erkläre Ihnen, wie man Rückgeschmerzen richtig einordnet, worauf Sie achten sollten
00:00:23: und welche Therapien wirklich helfen. Bleiben Sie dran.
00:00:26: Willkommen zu unserem neuen Podcast. Eigentlich wollte ich heute über die Eigenbluttherapie
00:00:33: an den Facettengelenken und iosakallgelenk sprechen. Wir hatten ja letztens über die
00:00:39: Facettennanvation gesprochen und die Eigenbluttherapie der Gelenke ist sozusagen eine Ergänzung.
00:00:45: Das werden wir beim nächsten Mal machen, weil es wirklich interessant ist. Aber heute
00:00:50: geht es um den unspezifischen Rückenschmerz und aus aktuellem Anlass um den Ironman Hamburg,
00:00:57: an dem ich teilgenommen habe. Und ich will mal versuchen einen Bogen zu spannen zwischen
00:01:02: Ironman Hamburg und unspezifischen Rückenschmerz. Für diejenigen, die vielleicht nicht so in
00:01:08: der Materie stecken, Ironman, das ist das Ereignis, wo sich die Waren Verrückten treffen. Sie
00:01:14: schwimmen 3,8 Kilometer meistens, wenn es hierzulande ist, in etwas kalt und rüber Wasser. Man schwimmt
00:01:21: mit vielen Leuten zusammen, man bekommt mal hier und da in geklatscht. Man fällt die Brille
00:01:25: auch vom Kopf und naja. Danach setzt man sich aufs Rad und fährt rund 80 Kilometer meistens
00:01:33: in etwas ungünstigen Positionen, so flacher vom Ränker. Man hebt den Kopf immer so in
00:01:38: den Nacken, weil es natürlich auch schon mal Nackenschmerzen machen kann. Danach, wenn
00:01:41: man das absolviert hat, dann geht man auf die Laufstrecke und läuft dann noch mal in Marathon.
00:01:47: Also eins ist ja klar, der Ironman ist kein Gesundheitssport. Wenn ich mich auf den Ironman
00:01:54: vorbereite, dann mache ich das nicht, um mich irgendwie fit und gesund zu halten, sondern
00:02:00: weil ich mir etwas vorgenommen habe. Vielleicht auch, weil ich mir etwas beweisen will oder
00:02:05: eine neue Herausforderung annehmen will, irgendwas bewältigen, egal. Aber ich betreibe
00:02:11: es nicht, um mich fit zu halten. Es ist ja im Prinzip etwas, das normalerweise kein Tier
00:02:17: tun würde. Kein Tier würde etwas tun, nur um sich zu beweisen, dass er es schafft.
00:02:25: Kein Tier würde auf den Mundevores Klettern nur um mal oben anzukommen. Ein Tier tut nur
00:02:31: das, was nötig ist, um zu überleben. Wir Menschen sind da doch etwas anders. Und der
00:02:36: Ironman ist eigentlich eine Belastung. Wir belasten die Gelenke extrem, wir belasten
00:02:42: den Rücken, die Bänder. Im Prinzip arbeiten wir auf Verschleiß. Der Körper ist im Dauermodus,
00:02:51: über viele Stunden. Wir sind in Zwangshaltungen. Und ja, wir müssen ins Ziel, denn aufgeben
00:02:58: ist keine Option. Danach können wir unsere Wunden lecken. Und was hat das Ganze nun mit
00:03:04: den unspezifischen Rückenschmerzen zu tun? Die Antwort ist, der Ironman ist ein Kampf
00:03:11: zwischen Kopf und Körper. Und dieser Kampf spielt auch bei unspezifischen Rückenschmerzen
00:03:16: eine Rolle. Der Kopf hat sich aus irgendwelchen Grund etwas vorgenommen und der Körper muss
00:03:23: die Leistung bringen, damit das Unternehmen gelingt. Aber eigentlich träumt sich der
00:03:27: Körper dagegen. Wir springen ins Wasser und sofort sagt der Körper, nein, nein, nein,
00:03:33: das ist nicht gut, das Wasser ist wie zu kalt. Damit hören wir mal sofort auf. Guck mal
00:03:38: da hinten, da sind ein paar Paddler, da kann man ja hinschwimmen und die Paddler wollen
00:03:41: einen raus und dann geht man schön irgendwo ins Warme. Aber der Kopf sagt, nein, so funktioniert
00:03:47: das nicht. Wir schwimmen jetzt mal zur nächsten Boje. Und dann zur nächsten Boje. Und dann
00:03:53: zur nächsten Boje. Und dann zur nächsten Boje. Und das machen wir so lange, bis wir aus dem
00:03:58: Wasser raus können. Und dann steigen wir aufs Rad. Und sofort sagt der Körper, nein, nein,
00:04:05: nein, so machen wir das ja nicht. Jetzt ist keine gute Idee. Wir sind jetzt geschwommen
00:04:09: und es ist kalt. Wir gehen mal schön in die nächste Box und holen uns eine warme Decke
00:04:14: und einen heißen Tee und dann fahren wir nach Hause. Aber der Kopf sagt, nee, nee, das war
00:04:19: nicht der Plan. Wir haben uns etwas vorgenommen. Wir haben 730 Euro hingelegt, damit wir eine
00:04:25: Stadtplatz kriegen. Wir haben trainiert. Wir haben viel, viel Zeit geöffnet. Wir haben
00:04:29: allen erzählt, dass wir starten und das ziehen wir jetzt durch. Ja, und dann steigen wir
00:04:36: vom Rad und gehen auf die Laufstrecke und schon wieder versucht der Körper uns sozusagen
00:04:43: von der Strecke zu holen. Der versucht einfach zu sagen, nein, das ist nicht gut. Du hast
00:04:47: Schmerzen, Krämpfe. Es ist kalt. Der Magen dreht sich um. Das ganze diese Zeug schmeckt
00:04:53: ja überhaupt nicht mehr und kriegt ihn auch nicht mehr. Das kann man doch jetzt einfach
00:04:58: mal beenden und dann ist es doch gut. Aber der Kopf will das nicht. Der Kopf will irgendwie,
00:05:04: man sieht die Leute links und rechts auf der Strecke, die einem zurufen, die den Namen
00:05:07: rufen und das treibt an. Das treibt an. Und es gibt schon wieder Kilometer für Kilometer
00:05:12: für Kilometer bis man endlich nach rechts auf die Finish Line biegen kann und dann
00:05:19: den Jubel empfängt und dann durchs Ziel läuft und der Kopf hat mal wieder den Körper bezwungen.
00:05:26: Und jetzt wieder zurück zu dem unspezifischen Rückenschmerz. Wie ist dort das Problem zwischen
00:05:33: Kopf und Körper? Der unspezifische Rückenschmerz ist wie gesagt ein Schmerz, wo man in der
00:05:40: Bildgebung keine Ursache findet. Was natürlich schon die Sache sehr engenkt, weil meistens
00:05:48: wenn man immer was, zumindest eine etwas trocknere Bandschreibel, die ein bisschen dunkel aus
00:05:54: sieht, was in Flüssigkeit verloren hat. Die große Frage ist, er ist der Bildbefund für
00:06:00: die Schmerzen verantwortlich. Ist das, was wir auf den Bildern, meistens sind es ja MRT-Bilder,
00:06:07: plausibel im Zusammenhang mit den Schmerzen zu bringen. Es gibt eine Leitlinie für den
00:06:12: nicht-spezifischen Kreuzschmerz und in dieser Leitlinie ist festgehalten, dass bei nicht-spezifischen
00:06:19: Kreuzschmerzen sich keine eindutigen Hinweise auf eine spezifisch zu behandelnde Ursache
00:06:25: ergeben. Ich würde mal sagen, man kann etwas in der Bildgebung sehen, aber es erklärt
00:06:29: nicht den Schmerz. Dagegen habe spezifische Kreuzschmerzen eine feststellbar somatische
00:06:35: Ursache, wo die Therapie den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Das ist zum Beispiel
00:06:42: ein Bandscheimvorfall oder eine Spinalkanalistinose oder eine Facettengelenksatrose. Es gibt
00:06:48: auch eine Klassifikation nach dem zeitlichen Verlauf. Wir haben akute, subakute und chronische
00:06:52: Schmerzen und auch entsprechend einen unterschiedlichen Schweregrad, den man nach der visualen Analogskala
00:07:00: oder nach den domärischen Ratingskala von 1 bis 10 bestimmen kann. Aber was ist denn,
00:07:08: wenn man auf den Bildern nicht sieht, die Schmerzen, dann muss es doch eine Ursache geben. Das
00:07:13: ist sozusagen immer die Frage der Patientin. Warum habe ich denn diese Schmerzen? Wir versuchen
00:07:21: natürlich schon durch Befragung herauszufinden, ist das zum ersten Mal aufgetreten oder war
00:07:27: das schon mal früher gewesen? Wenn es früher war, war da die Behandlung, ist es dann von
00:07:34: alleine weggegangen, was haben sie gemacht, haben sie Schmerztapeletten genommen und dann
00:07:39: natürlich die Frage, was haben sie denn vorher gemacht, irgendeine Aktivität, gab es irgendwo
00:07:44: etwas, ein Auslösemoment, wodurch die Schmerzen entstanden sind. Also man versucht das schon
00:07:49: irgendwie einzugrenzen, weil natürlich muss es eine Art Ursache geben, auch wenn man eben,
00:07:54: wie gesagt, in den Bildern nichts sieht. Und dann gibt es natürlich Ursachen, die halt wirklich
00:08:01: nicht auf Bildern zu sehen sind, wie eben muskuläre Verspannungen, langes unbequemes Sitzen,
00:08:07: zum Beispiel Iron Man auf dem Rad, über sechs Stunden in der Zwangshaltung, Überlastungsprobleme.
00:08:15: Wir haben natürlich auch für diese ganzen Symptomkomplexe auch entsprechend Diagnosen.
00:08:21: Wir bezeichnen dann das Ganze als myofasciale Syndrome. Das heißt, die Schmerzung von den
00:08:28: Muskeln und den Faszien, wir sagen muskuläre Dysbalanzen. Das heißt, es gibt Unterschiede
00:08:34: in den muskulären Strukturen zwischen rechts und links oder zwischen Flexoren und Extensoren.
00:08:39: Das heißt, die Muskeln arbeiten nicht so schön harmonisch zusammen und dadurch entstehen
00:08:46: Verspannungen oder eben auch Schmerzen. Oder wir haben mürgelosen Triggerpunkte, die natürlich
00:08:53: auch irgendwie entstanden sind. Also es gibt schon immer eine Ursache, auch wenn wir sie
00:09:00: vielleicht nicht benennen können. Für die unspezifischen Rückenschmerzen soll die allgemeine
00:09:08: Regel gelten. Was von alleine kommt, geht auch von alleine wieder weg. So soll die Selbstheilungsrate
00:09:15: bei ca. 90 Prozent innerhalb von sechs Wochen liegen. Wenn die Schmerzen nicht verschwinden
00:09:21: innerhalb dieser Zeit, dann sprechen wir eben von chronischen Schmerzen. Die Frage ist
00:09:26: dann natürlich, warum gehen diese Schmerzen, die vor allein gekommen sind und für die es
00:09:31: in der Bildgebung keine morphologische Ursache gibt und diese sozusagen eher funkte.
00:09:38: sind nicht mal alleine wieder weg. Da gibt es schon verschiedene Risikofaktoren. Es gibt
00:09:46: psychosoziale Faktoren, die auch vom Arbeitsplatz abhängen, vom sozialen Umfeld. Stress ist zum
00:09:52: Beispiel ein Faktor, der stark Schmerz fördernd wirkt, weil er eben durch die der höhen Muskeltonen
00:09:58: Verspannung und Unbequemigkeiten, Anspannung, Zeitdruck ist auch ein Faktor, der halt schon eben
00:10:06: dazu führt, dass wir mit einer sehr hohen Muskelspannung in gewisse Dinge reingehen und dadurch
00:10:14: eventuell verkrampfen Positionen einnehmen, die unbequem sind, aber weil eben der Stress so
00:10:22: groß ist, ist gar nicht merken. Stressoren sind häufig der Grund, warum eigentlich harmlose
00:10:31: Beschwerden doch sich irgendwie festgebissen haben und wir sie nicht loswerden. Aber es ist
00:10:40: halt schwierig, diese Stressoren genau zu analysieren, auch für mich als Arzt. Man hat nicht
00:10:46: sofort Zugang zum Patientin, man tappt schon im Dunkeln und man greift dann häufig auf die
00:10:53: Bildjagdnostik zurück und hofft da etwas zu finden. Denn der unspezifische Kreuzschmerz ist ja auch
00:11:00: irgendwie ein Ausschlussverfahren. Das heißt wir machen Bilder, wir untersuchen und finden nichts
00:11:07: und dann heißt es ja okay, dann ist es eben der unspezifische Kreuzschmerz. Und wenn der Arzt
00:11:14: dann den Patientin versucht zu erklären, ja also wir haben jetzt viele Untersuchungen gemacht,
00:11:19: aber wir haben jetzt nichts gefunden, dann ist häufig die Enttäuschung groß. Man möchte gerne
00:11:26: einen Grund für seine Beschwerden haben, man möchte gerne einen sogenannten morphologischen
00:11:32: Grund haben. Irgendeine Diagnose, die zum Beispiel zeigt, dass eben die Wirbelsäule die Ursache des
00:11:40: Probleme ist, weil dort irgendwie verschleißter ist oder ähnliches. Aber das ist nicht immer so
00:11:46: und dann muss man irgendwie versuchen das Ganze zu erklären. Und dann kommt auch manchmal die
00:11:54: Frage ja, will ich mir das Ganze nur ein. Das ist nicht immer so einfach zu beantworten. Schmerzvernehmung
00:12:02: ist individuell sehr unterschiedlich und auch die Einflussnahme auf den Schmerz. Das heißt,
00:12:08: wie kann ich den Schmerz kontrollieren, ignorieren? Schmerz ist eigentlich ein Wahnsignal. Aber wovor
00:12:15: will der Körper den Kopf warnen? Wie kann ich positiv bleiben, den Körper unter Kontrolle
00:12:19: kriegen und trotzdem soll ja nichts Schlimmes passieren. Und wieder der Bogen zum Iron Man.
00:12:25: Da ist wie gesagt auch der Kopf, der irgendwie versucht den Körper zu zwingen, Dinge zu tun,
00:12:33: die der Körper eigentlich gar nicht machen will. Aber wir halten dem Körper auch irgendwie so ein
00:12:40: Stück Zucker vor die Augen, die wir sagen, überlegt doch mal, wenn wir jetzt durchs Ziel laufen
00:12:45: und dann klatschen die alle und dann kriegen wir die Medaille und da warten unsere Angehörigen
00:12:51: und die haben den Shampoo aus und wir werden gefeiert. Ja, und stell die mal vor, du gibst
00:12:55: die auf. Stell dich das mal vor, ja. Du setzt dich an den Rand und steigst aus und alles ist
00:13:01: enttäuscht und du erst mal, du trabst da nach Hause mit gesenktem Kopf und ja und dann zu Hause
00:13:07: wie willst du den Landlasser erklären, dass du aufgegeben hast, du suchst den unter Entschuldigung,
00:13:13: sagst du ja, ich habe meinen Knie verklaxt, ich habe mir irgendwie, ne? Also eine positive
00:13:20: Einflussnahme auf den Schmerz ist sinnvoll und wichtig. Wenn wir halt Rückenschmerzen haben
00:13:28: und der Arzt hat also nichts gefunden und wir müssen jetzt mit der Diagnose unspezifische
00:13:34: Rückenschmerz oder eben Atromuskuläre disbalanzen oder myofasciale Syndrom, was auch mal nicht
00:13:41: so ganz fassbar ist, leben, dann müssen wir einfach trotzdem versuchen, weiterzumachen. Wir müssen
00:13:47: versuchen irgendwie den Schmerz ein bisschen zu ignorieren, ohne ihn völlig zu vernachlässigen.
00:13:53: Wir sollten auf alle Fälle weiter trainieren, wenn wir vorher auch trainiert haben, vielleicht die
00:14:00: Intensität etwas reduzieren, vielleicht auch die Umfänge etwas reduzieren, vielleicht sollten
00:14:05: wir auch Entspannungstechniken einbinden, vielleicht mehr Dehnung, vielleicht sollten wir auch Faszientraining
00:14:13: machen mit der Blackroll Triggerpunktbehandlung, vielleicht auch uns mal eine Massage gönnen,
00:14:19: einen Tänzgerät benutzen, wir sollten vielleicht auch Wärme probieren, das verbessert die Durchblutung
00:14:26: und dadurch kann es auch den Muskeltolus senken, wir werden allgemein entspannt, wir gehen mal in die
00:14:31: Sauna, also wir sollten uns schon sagen mal was gönnen, um halt einfach ein bisschen runterzufahren.
00:14:39: Ja und an der Stelle mal eine Bitte, also wenn der Podcast gefallen hat, dann würde ich mich
00:14:45: über eine positive Bewertung und einen Kommentar sehr freuen, das hilft uns unsere Reichweite zu
00:14:52: vergrößern und wir werden dann von Interessenten leichter gefunden. Vielen Dank für ihre Unterstützung.
00:14:59: Der zweite im Text. Man muss sich manchmal langsam an Belastungsgrenzen auch wieder herantasten,
00:15:06: so wie es auch beim Iron Man ist. Danach tut einem schon einiges weh, aber man setzt sich nicht hin und
00:15:14: wartet ab, sondern man macht eine aktive Erholung. Ein kleines Läufchen, ein kleines Radtour,
00:15:21: geringe Intensität, die Muskeln, Wände und Gelenke sollen in Bewegung bleiben, wir wollen nicht
00:15:27: eine Muskelverkürzung riskieren, wir wollen nicht, dass sich irgendwie Sehnen entzündeln,
00:15:34: wir wollen uns vom Schmerz ablenken, wir wollen dem Körper Zeit geben, sich zu erholen, aber wir
00:15:40: wollen dem Körper nicht Zeit geben, dass irgendwie alles anschwillt und der Schmerz sich irgendwie
00:15:45: verinnerlicht. Ja wir werden hier schon eigentlich am Ende. Ich fasse da mal kurz zusammen, also
00:15:53: prinzipiell ging es um den unspezifischen Rückenschmerz oder den nicht-spezifischen Kreuzschmerz,
00:16:00: wie das offiziell in den Leitlinien heißt. Wir haben festgestellt, dass dieser unspezifische
00:16:07: Rückenschmerz eine Sache ist, die, sagen wir mal, schwer zu fassen ist, ein Patient kommt und hat
00:16:14: Rückenschmerzen, für die er nicht unbedingt eine Ursache benennen kann. Wir freuen uns, wenn er eine
00:16:20: benennen kann, wie eben überlastend im Fitnessstudio oder falsch aus dem Auto ausgestiegen oder
00:16:26: sonst was. Wenn er sagt, ne, das kam plötzlich, ja ich kann nicht sagen, wie so und warum und wir
00:16:34: versuchen irgendwie zu gucken, ob es nicht doch irgendwie eine Ursache gibt und lassen uns vielleicht
00:16:38: zu einem MRT verleiten und sehen auf den Bildern nichts, keine morphologische Ursache und wir
00:16:45: untersuchen und vielleicht sehen wir eine Muskelverspannung. Wir haben auch so ein paar kleine
00:16:49: Tools, die man immer mal benutzen kann. Das ist der Ultraschalen, da gibt es die Elastografie,
00:16:55: da kann man schauen, wie elastisch Faszien und Muskeln sind, ob es da Seitenunterschiede gibt.
00:17:00: Wir haben die Thermografie, wo wir auch gucken können, ob es Unterschiede in der Temperatur
00:17:05: gibt. Das heißt, ein stärk unterspürteter Muskel ist etwas wärmer als ein Muskeln, der liebster
00:17:11: viel tut, dass vielleicht diese Muskel- und Disbalance für Schmerzen verantwortlich sind. Wir
00:17:17: können tastbefunde erheben, um zu sehen, ob der Muskeltonus erhöht ist, ob es irgendwo Muskelverhärtungen,
00:17:24: myoglosen gibt, irgendwas Funktionelles, was wir nicht unbedingt eben auf diesen klassischen
00:17:30: Bildern sehen können und ja, wenn wir dann nichts finden oder vielleicht doch was Kleines finden,
00:17:37: dann ist die Therapie eben meistens schon relativ einheitlich. Wir versuchen durch Eigentherapie mit
00:17:47: bestimmten Dehnungsübungen, bestimmten Mobilitätsübungen, auch mit Physiotherapie, mit leichten
00:17:52: Massagen, wie empfehlen die Patienten auch Yoga oder Pilates, vielleicht auch mentalist Training,
00:17:59: weil wie gesagt, vieles ist Kopfsache. Wir können durch Konzentration und Fokussierung auf den
00:18:05: Schmerzen diesen durchaus verstärken und natürlich auch, sagen wir mal, uns erhalten, was wir eigentlich
00:18:12: wollen, wir wollen das ja verschwindet. Also müssen wir sozusagen positiv auf den Schmerz einwirken,
00:18:18: wir müssen uns schöne Dinge vorstellen, wir müssen uns überlegen, was machen wir, wenn der Schmerz
00:18:24: weg ist, was haben wir für Ziele, woran arbeiten wir jetzt und wie können wir damit umgehen. Manchmal
00:18:34: helfen auch so Phrasen, indem wir das vor uns sprechen, weil es mal alleine kommt, geht auch
00:18:39: vor allem wieder weg, man kann das ein bisschen scherzhaft machen. Man muss halt gucken, wie man
00:18:46: den Schmerz kontrolliert und man muss verhindern, dass der Schmerz die Kontrolle überein bekommt.
00:18:52: Es ist immer wichtig, dass der Kopf letztendlich die Kontrolle über den Körper hat und nicht
00:18:57: der Körper über den Kopf, weil dann ist das Risiko hoch, dass das Ganze dann wirklich chronisch
00:19:04: wird und wir uns im Kreise drehen und niemand kann einem richtig erklären, was der nächste Schritt
00:19:12: ist und das kann auch dann schon mal zu verzweifeln führen.
00:19:16: [Und dann kommt es mal…]
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