Warum schmerzt meine Wade?

Shownotes

Die Wade schmerzt – aber die Ursache steckt oft ganz woanders. Diese Folge erklärt den Unterschied zwischen Wadenschmerz und Wadenkrampf und zeigt, wie Sie Muskelprobleme, Elektrolytmangel, Gefäßerkrankungen wie Thrombose und Schaufensterkrankheit sowie wirbelsäulenbedingte Nervenschmerzen sicher unterscheiden.

Prof. Dr. med. Christian Woiciechowsky Privatpraxis für Neurochirurgie, Rücken- & Sportmedizin und Schmerztherapie Tauentzienstr. 7B/C 10789 Berlin Tel.: 030 26396480 oder 030 89048503 FAX: 030 263964811 WhatsApp: https://wa.me/message/5XRR2QVMDOZ2J1 email: prof@woiciechowsky.de www.neurochirurgie-berlin.org

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00:00:00: Guten Morgen, guten Tag, guten Abend oder auch gute Nacht.

00:00:04: Je nachdem wo und zu welcher Tages- oder Nachtzeit Sie unseren Podcast hören – willkommen zurück!

00:00:09: Heute geht es um ein Thema das auf den ersten Blick gar nicht in einen Wirbelsäulen-Podcast zu gehören scheint… Wadenschmerzen.

00:00:17: Und genau das ist die Falle.

00:00:19: Die Wade ist der Ort an dem der Schmerz sich zeigt Aber sie ist längst nicht immer der Ort, an dem er entsteht.

00:00:27: Ein Teil aller Wadenschmerzen hat seinen Ursprung gar nicht im Bein, sondern in der Lendenwirbelsäule.

00:00:32: Und umgekehrt gilt, wovor schnell die Wirbelsäulen verdächtigt wird stecken manchmal ganz andere Ursachen dahinter Erkrankungen der Blutgefäße, gereizte kleine Nerven ein Mangel an Elektrolyten oder schlicht eine Nebenwirkung von Medikamenten zum Beispiel von Cholesterinsenkern den sogenannten Statinen.

00:00:50: Grund genug diesen Thema heute einmal gründlich auf den Grund zu gehen.

00:00:54: Woher kommen Wadenschmerzen wirklich?

00:00:57: Wie findet man die richtige Ursache und was hilft dagegen?

00:01:01: Bevor wir einsteigen, wie immer der Hinweis in eigener Sache.

00:01:04: Wenn Sie Fragen zu dieser Folge haben – wenn sie selbst unter Wadenschmerzen, Rüttenschmerz oder ausstrahlenden Beschwerden in die Beine leiden und eine genaue Abklärung wünschen – dann rufen Sie uns gerne in der Praxis an und vereinbaren Sie einen Termin!

00:01:26: Ich wiederhole gerne.

00:01:32: Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden und gehen der Ursache gemeinsam mit Ihnen auf den Grund.

00:01:37: Und nun zur Sache!

00:01:38: Um zu verstehen, warum ausgerechnet die Wade so häufig schmerzt hilft ein kurzer Blick auf Ihren Aufbau.

00:01:45: Sie besteht im Wesentlichen aus zwei großen Muskeln dem zweiköpfigen Zwillingswadenmuskel direkt unter der Haut, der ihr die typische Form gibt und dem darunter liegenden Schollenmuskel.

00:01:57: Beide vereinigen sich in der Achilles-Sähne – der stärksten Sehne des menschlichen Körpers.

00:02:02: Und diese Muskeln leisten Schwerstarbeit!

00:02:05: Bei jedem Schritt, bei jedem Treppensteigen, bei jedem Sprung drücken sie den Fuß nach unten und tragen dabei ein vielfaches unseres Körpergewichts.

00:02:14: Durch die Wade verlaufen außerdem wichtige Blutgefäße die Arterien, die sauerstoffreiches Blut in den Fuß bringen und die tiefen Bein wehnen, die es zurück zum Herzen transportieren.

00:02:25: Und schließlich ziehen Nerven hindurch allen voran der Schienenbeinerf eine Fortsetzung des großen Ishias-Nervs.

00:02:32: Dieser Nerv entspringt aus Nervenwurzeln der unteren Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins – und genau hier schließt sich der Kreis zur Wirbelsäulen!

00:02:41: Wird eine dieser Nervenwurzeln im Rücken gereizt oder eingeengt, kann der Schmerz entlang des Nervs bis in die Wade ausstrahlen.

00:02:49: Obwohl die Wade selbst vollkommen gesund ist!

00:02:52: Wir Ärzte sprechen dann von einem übertragenen oder ausstralenden Schmerzen Bevor wir tiefer einsteigen.

00:02:58: noch eine kurze Begriffsklerung Denn im Alltag werden Wadenschmerzen und Wadenkremfe oft wie Synonyme benutzt.

00:03:05: Medizinisch sind sie es nicht.

00:03:08: Wadenschmerz ist der Oberbegriff für jede Form von Schmerz in der Wade, dumpf oder stechend, ziehend oder brennend – für Sekunden und über Wochen.

00:03:17: Fast jede Ursache kann sich so äußern!

00:03:21: Der Wadenkrampf dagegen ist eine ganz bestimmte Unterform Eine plötzliche, unwillkürliche Kontraktion der Muskelfasern bei der die Wade sicht- und tastbar hart wird wie ein Brett.

00:03:32: Er dauert Sekunden bis wenige Minuten und löst sich meist durch Dänen, Gegenspannen des Fußes oder sanftes

00:03:39: Massieren.".

00:03:40: Nacken Sie sich das!

00:03:41: Jeder Krampf ist ein Schmerz – aber längst nicht jeder Schmerzz ist ein Krampf.

00:03:46: Der dumfe Dauerschmerz einer Thrombose etwa hat mit einem Krampf nichts zu tun auch wenn beide unter dem selben Begriff laufen.

00:03:53: Spannend wird es dort, wo sich beide überschneiden.

00:03:57: Ein Magnesium- oder Kaliummangel zum Beispiel löst fast nie einen Dauerschmerz aus sondern genau jene plötzlichen Verhärtungen.

00:04:05: Eine gereizte Nervenwurzel im Rücken dagegen kann beides gleichzeitig Tagsüber einen ziehenden Dauerschmerz nachts einen heftigen Krampf.

00:04:14: Deshalb tarnen sich Rückenprobleme gerne als harmlose nächtliche Wadenkrämpfe.

00:04:19: Für uns in der Diagnostik ist diese Unterscheidung deshalb mehr als Wortklauberei.

00:04:24: Krampft es oder schmerzt es dauerhaft?

00:04:27: Diese eine Frage kann die Liste der möglichen Ursachen bereits deutlich verkürzen!

00:04:32: Beginnen wir mit der häufigsten Gruppe, den muskulären Ursachen.

00:04:36: Fast jeder kennt ihn – den klassischen Wadenkrampf, der einen Nachts aus dem Schlaf reißt und beim Sport plötzlich zuschlägt.

00:04:43: Der Muskel zieht sich unwillkürlich zusammen.

00:04:46: Die Wade wird bret hart... Ursachen sind häufig ein Mangel an Magnesium, zu wenig Flüssigkeit, Überlastung oder bestimmte Medikamente wie entwässerte Mittel- und Statine.

00:04:58: Ein einzelner Krampf ist harmlos.

00:05:00: Treten Kremfe aber gehäuft auf, kommen sie immer wieder nachts oder werden sie von Kribbeln begleitet sollte man genauer hinschauen.

00:05:07: Die zweite muskuläre Ursache Zerrungen und Muskelfaserrisse.

00:05:12: Sie entstehen typischerweise beim Sport, bei schnellen Antritten, abrupten Stops oder Sprüngen – beim Tennis, beim Fußball, beim Laufen.

00:05:21: Der Betroffene spürt einen plötzlichen stechenden Schmerz, manchmal wie ein Peitschenschlag oder einem Tritt von hinten.

00:05:28: Je nach Ausmaß reicht das Spektrum der leichten Zerkung bis zum ausgedehnten Faserriss mit Bluterguss, der Wochen braucht.

00:05:38: Und schließlich die chronischen muskulären Probleme, Verhärtungen und sogenannte Triggerpunkte über empfindliche Knoten im Muskel.

00:05:46: Sie entstehen durch dauerhafte Fehlbelastung – ein verändertes Gangbild, Fußfehlstellungen, ungeeignetes Schuhwerk oder eben ein Rückenproblem das die Wadenmuskulatur in ständige Schutzspannung versetzt.

00:05:59: Weil Magnesium schon gefallen ist lohnt sich hier einen genauerer Blick Denn Elektrolyt-Störungen gehören zu den häufigsten und am leichtesten behebbaren Ursachen von Wadenkrämpfen.

00:06:10: Damit ein Muskel sich zusammenziehen und wieder entspannen kann, braucht jede Muskelfaser ein feinaustariertes Zusammenspiel geladener Teilchen.

00:06:19: Calcium löst die Kontraktion aus – Magnesium ist sein Gegenspieler und löst Spannung wieder!

00:06:25: Calium hält die elektrische Erregbarkeit im richtigen Rahmen.

00:06:29: Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance wird die Muskelfaser übererregbar und es kommt zum Krampf.

00:06:35: Magnesium ist dabei der häufigste Übeltäter.

00:06:38: ein Mangel entsteht durch zu geringe Zufuhr, durch starkes Schwitzen besonders bei Ausdauersportlern etwa beim Marathon oder Triathlon wo über Stunden erhebliche Mengen über den Schweiß verloren gehen durch chronischen Durchfall, Alkoholkonsum bestimmte Medikamente oder einen schlechteingestellten Diabetes.

00:06:57: Auch in der Schwangerschaft steigt der Bedarf deutlich.

00:07:00: Typisch sind wiederkehrende, oft nächtliche Krämpfe manchmal begleitet von einem feinen Zucker im Augenlied.

00:07:06: Kalium ist heikler denn ein Mangel betrifft nicht nur die Wade sondern auch den Herzrhythmus.

00:07:12: Ursachen sind vor allem entwässerte Medikamente anhalten des Erbrechen oder Durchfall abführmittel Missbrauch oder bestimmte Nieren und Hormonerkrankungen.

00:07:22: Neben Krämpfen berichten Betroffene häufig von Muskelschwäche und rascher Erschöpfung.

00:07:27: Und weil ein deutlicher Kaliumangel das Herz betrifft, gehört er immer in ärztliche Hand – nicht in eigene Regie mit Nahrungsergänzungsmitteln.

00:07:35: Elektrolütbedingte Krämpfe erkennen sie an einem typischen Muster.

00:07:39: Sie treten während oder kurz nach starker Belastung auf oft nachts nach einem intensiven Trainingstag und treffen meist beide Waden im Wechsel.

00:07:48: Schwellung, Überwärmungen oder eine G-Streckenverkürzung fehlen dabei in aller Regel.

00:07:53: In der Blutuntersuchung gilt – Der Magnesiumspiegel im Serum spiegelt den tatsächlichen Status nur unvollständig wider, denn der größte Teil des körpereigenen Magnesiums steckt nicht im Blut sondern in Knochen und Zellen.

00:08:07: Ein unauffälliger Serumwert schließt einen relevanten Mangel deshalb nicht sicher aus.

00:08:12: Magnesiom sollte immer im Vollblut bestimmt werden!

00:08:16: Die gute Nachricht Die Behandlung ist meist einfach.

00:08:19: Eine magnesiumreiche Ernährung mit Nüssen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und grünem Blattgemüse sowie ausreichend Flüssigkeit beheben viele Fälle von selbst.

00:08:29: Bei nachgewiesene Mangel kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.

00:08:33: Bei Kalium gilt dagegen Zurückhaltung.

00:08:35: Zu viel ist ebenso gefährlich wie zu wenig – besonders bei eingeschränkter Nivenfunktionen.

00:08:41: Deshalb nur nach ärztlicher Untersuchungen und unter Kontrolle der Werte Und für alle sportlich sehr aktiven?

00:08:48: Bei langen Ausdauerbelastungen lohnt sich eine bewusste Elektrolyzufuhr während des Trainings, denn Wasser allein gleicht die Verluste nicht aus.

00:08:56: Nun zur Gruppe bei der Wadenschmerz zum echten Warnsignal wird!

00:09:00: Erkrankung in der Blutgefäße An erster Stelle die tiefe Beinwähnentrompose.

00:09:05: Dabei verstopft ein Blutgerinnsel einer der tiefen Beinwehnen Die Wade-Schmerz dumpf und ziehend kann anschwellen, sich warm anfühlen, sich verfärben.

00:09:15: Oft verstärkt sich der Schmerz, wenn man den Fuß Richtung Schienbein zieht oder auf die Wade drückt.

00:09:20: Das eigentlich Gefährliche löst sich das Gewinsel und wandert in die Lunge entsteht eine Lungenembolie – lebensbedrohlich!

00:09:28: Deshalb ganz klar, schwilt eine Wade einseitig an, fühlt sie sich überwärmt an und schmerzt besonders nach langen Flugreisen, Operationen, Bettlägerigkeit oder bekannter Gerinnungsneigung dann ist es ein Notfall noch am selben Tag abklären lassen.

00:09:43: Die zweite Gefäßerkrankung betrifft die Arterien, die perifäre arterielle Verschlusskrankheit im Volksmund Schaufenster-Krankheit.

00:09:52: Kalkablagerungen verengen die Beinarterien – die Muskulatur bekommt unter Belastung zu wenig Sauerstoff.

00:09:58: Das typische Bild nach einer gewissen Gehstrecke beginnt die Wade zu schmerzen und zu krampfen.

00:10:04: man muss stehen bleiben.

00:10:05: Nach kurzer Pause geht es weiter.

00:10:07: Weil Betroffene ihre Pausen gerne unauffällig vor Schaufenstern verbringen hat die Erkrankung ihren Namen Risikofaktoren, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck erhöhte Blutfette.

00:10:18: Auch wenenschwäche und Krampfadern gehören hierher – sie erzeugen eher ein schwerer und spannungsgefühl das tagsüber zunimmt und sich beim Hochlegen der Beine bessert!

00:10:28: Und damit zum Herzstück dieser Folge zu dem Bereich, der bei Wadenschmerzen erstaunlich oft übersehen wird die Lendenwirbelsäune.

00:10:36: Zwei Krankheitsbilder stehen hier im Vordergrund.

00:10:38: Das erste Der Bandscheiben schagen.

00:10:41: mit Nervenschmerz Wölbt sich eine Bandscheibe vor oder tritt Gewebe aus und bedrängt ein Nervenwurzel, strahlt der Schmerz entlang ihres Versorgungsgebiets aus.

00:10:51: Besonders die Nervenwurfsel am Übergang zwischen unterstem Lendenwirbel- und Kreuzbein versorgt genau die Rückseite des Beins bis hinunter zum äußeren Fußrand und zur Kleinsehe.

00:11:01: Ein Patient kann also einen erheblichen Bandschreibenschaden haben und kaum Rückenschmerzen spüren aber einen ziehenden brennenden elektrisierenden Schmerzen in der Wade.

00:11:11: Begleiter sind Kribbeln, Taubheit oder Schwäche beim Zähnenstand.

00:11:15: Wer nicht mehr kraftvoll auf die Zehnspitzen kommt – das ist ein wichtiges Warnzeichen!

00:11:20: Das zweite Krankheitsbild Die Spinalkanalsthenose Die Verengung des Wirbelkanals vor allem jenseits des sechzigsten Lebensjahres.

00:11:28: Verschleiß der Bandscheiben, verdickte Bänder, knöcherne Anbauten.

00:11:32: Der Kanal in dem die Nerven verlaufen wird immer enger.

00:11:36: Das Beschwerde-Bild gleicht der Schaufensterkrankheit zum Verwechseln.

00:11:39: Beim Gehen beginnen die Beine zu schmerzen, zu kribbeln, schwer zu werden.

00:11:44: Die G-Strecke wird kürzer.

00:11:45: Wir nennen das Claudicatiospinalis Das Wirbel sollen bedingte hinken.

00:11:50: Und hier ein diagnostischer Trick den Sie sich merken können Bei der Gefäßverengung hilft einfaches Stehen bleiben Die Muskulatur braucht in Ruhe weniger Blut.

00:11:59: Bei der Wirbelkanalverengungen hilft Stehenbleiben allein kaum.

00:12:03: Man muss sich hinsetzen oder nach vorne beugen Denn erst die Beugung macht den Kanal wieder weiter.

00:12:09: Deshalb berichten diese Patienten oft, spazieren fällt schwer.

00:12:12: Aber Fahrradfahren geht stundenlang!

00:12:15: Denn auf dem Rad ist der Oberkörper nach vorne gebeugt.

00:12:18: Schätzen Sie beim Einkaufen den Einkaufswagen als heimliche Gehilfe?

00:12:22: Dann könnte Ihre Wade tatsächlich ein Wirbelsäulenproblem widerspiegeln.

00:12:26: Auch Nervenerkrankungen selbst können Badenbeschwerden auslösen Allen voran die Polyneuropathie, eine Schädigung der langen Nervenfasern wie sie etwa bei Diabetes oder nach langjährigem Alkohol-Konsum entsteht.

00:12:39: Typisch sind beidseitige Beschwerden beginnend an den Füßen mit Brennen, Kribbeln und Taubheit, die sich langsam in Richtung Wade hochziehen – oft besonders quälend in Ruhe und Nachts.

00:12:51: Wichtig dabei?

00:12:52: Eine Polyneuropathie erklärt zwar Beschwerden in der Wade, schließt ein zusätzliches Wirbelsäulen-Problem aber nicht automatisch aus.

00:13:00: Deshalb gehört bei beidseitigen strumpfförmigen Beschwerde ebenso wie bei einseitigem ausstrahlenden Schmerzen immer eine saubere Abklärung dazu welche der beiden Ursachen tatsächlich vorliegt oder ob sogar beide gemeinsam bestehen.

00:13:15: Der Vollständigkeit halber noch einige weitere Ursachen Die Bakerzüste Eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung in der Kniekehle, häufig bei Kniearthrose oder Meniskusschäden.

00:13:26: Sie kann in die Wade drücken und wenn sie platzt sieht das Bild einer Thrombose täuschend ähnlich!

00:13:32: Die Achilles-Szene Reizungen und Entzündungen strahlen gern in die untere Wade aus besonders bei Läuferinnen und Läufern, die ihr Training zu schnell gesteigert haben.

00:13:42: Bei sehr sportlichen Menschen gibt es zudem das Compartment-Syndrom, bei dem der Druck in den Muskeloschen unter Belastung stark ansteigt.

00:13:49: Und schließlich die Medikamente.

00:13:51: Statine, also Cholesterinsenker können bei manchen Menschen Muskelschmerzen verursachen bevorzugt in Waden und Oberschenkeln.

00:13:59: Fällt ihnen ein zeitlicher Zusammenhang mit einem neuen Medikament auf sprechen sie das unbedingt an setzen Sie aber nie eigenmächtig ab.

00:14:07: Wie findet man nun heraus welche dieser Ursachen bei Ihnen vorliegt?

00:14:11: Am Anfang steht wie immer in der guten Medizin das ausführliche Gespräch.

00:14:16: schon wenige gezielte Fragen grenzen vieles.

00:14:18: ein Krampf ist oder Schmerz ist dauerhaft, klötzlich aufgetreten oder schleichend.

00:14:24: Eine Wade oder beide?

00:14:26: In Ruhe, Nachts- oder Unterbelastung?

00:14:28: Bessert es sich im Stehen, im Sitzen beim Hochlegen?

00:14:32: Strahlt es vom Rücken herab?

00:14:33: Kribbeln, Taubheit, Schwäche Neue Medikamente eine lange Reise, eine Operation, eine Sportverletzung?

00:14:40: Danach die körperliche Untersuchungen Beide Beine im Vergleich!

00:14:44: Schwellung, Verfärbung, Überwärmung, Krampfadern.

00:14:48: Wir tasten die Wadenmuskulatur nach Verhärtungen ab, prüfen die Achilleszene und die Fußpulse.

00:14:54: Fehlende oder abgeschwächte Pulse sind ein wichtiger Hinweis auf eine Durchblutungsstörung.

00:14:59: Wir prüffen die Beweglichkeit der Wirbelsäule, testen Reflexe, Berührungsempfinden und Kraft – etwa im Zähnen- und Fersenstand.

00:15:06: Ein klassischer Test!

00:15:08: Das Anheben des gestreckten Beins im Liegen.

00:15:10: Schießt dabei einen Ziehen der Schmerz vom Rücken bis in die Wade, spricht das für eine gereizte Nervenwurzel.

00:15:16: Je nach Verdacht folgen gezielte Untersuchungen.

00:15:19: Bei Thrombose oder durch Blutungsverdacht, Ultraschall der Gefäße – schnell, schmerzlos ohne Strahlung.

00:15:26: Eine Blutuntersuchung liefert Hinweise auf Gerinnung, Entzündung, Blutzucker und Magnesium.

00:15:32: Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulen-bedingte Ursache ist die Magnetresonanztomographie der Lendenwirbelsäule der Goldstandard.

00:15:38: Sie zeigt Bandscheiben, Nervenwurzeln und die Weite des Wirbelkanals in hervorragender Detailgenauigkeit ganz ohne Strallenbelastung.

00:15:46: Und in unklaren Fällen klärt eine Nerven-Leitgeschwindigkeitsmessung, ob und wo ein Nerv geschädigt ist.

00:15:53: Nicht jede Wade braucht sofort eine Magnetresonanztomographie – aber jede WADE verdient eine sorgfältige Untersuchung die gefährliche Ursachen zuverlässig ausschließt!

00:16:02: Und weil es so wichtig ist noch einmal ganz deutlich….

00:16:06: Ist ihre Wade akut geschwollen überwärmt und druckschmerzhaft?

00:16:10: Verspüren sie gleichzeitig Luftnot oder Brustschmerzen?

00:16:14: Wird Ihr Bein plötzlich kalt, blass, pulslos?

00:16:17: Kommen zu den Wadenschmerzen Lähmungen oder Probleme beim Wasserlassen hinzu.

00:16:22: Dann warten Sie nicht auf den nächsten freien Termin!

00:16:24: Suchen sie sofort ärztliche Hilfe.

00:16:27: Das sind die roten Flaggen bei denen jede Stunde zählt.

00:16:31: Kommen wir zur Behandlung.

00:16:32: Die Therapie hängt vollständig von der Ursache ab.

00:16:35: Deshalb ist die saubere Diagnostik so entscheidend Bei muskulären Ursachen.

00:16:40: Schonung, Dehnung und Auslöser behandeln Akute Zerrungen und Faserrisse nach dem bewährten Schema.

00:16:47: Pause, Kühlung, Kompression, Hochlagern.

00:16:50: Gefolgt von behutsamen physiotherapeutisch begleitetem Wiederaufbau.

00:16:54: Wer zu Krämpfen neigt profitiert von ausreichend Flüssigkeit, magnesiumreicher Ernährung und regelmäßiger Dehnung – am besten abends vor dem Schlafengehen.

00:17:03: Chronische Verhärtungen und Triggerpunkte sprechen gut auf manuelle Therapie, Fastienbehandlung, Wärme und gezieltes Training an.

00:17:12: Und immer gehört der Blick auf die Statik dazu.

00:17:14: Füße, Schuhwerk, Gangbild-, Wirbelsäule.

00:17:17: Bei den Gefäßursachen sieht es ganz anders aus!

00:17:20: Eine Trombose wird mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt Dazu Kompressionsströmpfe.

00:17:26: Bei der Schaufensterkrankheit wirkt strukturiertes G-Training erstaunlich gut Denn es regt um Gehungskreisläufe an.

00:17:32: Dazu die konsequente Behandlung der Risikofaktoren allen voran der Rauchstopp und in fortgeschrittenen Fällen Kathetereingriffe oder Gefäsoperation.

00:17:42: Wenenschwäche wird mit Kompression, Bewegung und gegebenenfalls einer Verödung oder Operation der Krampfadern behandelt.

00:17:49: Und nun zu den wirbelsäulenbedingten Wadenschmerzen – unserem Spezialgebiet!

00:17:53: Die gute Nachricht zuerst.

00:17:55: Die allermeisten Bandscheibenschäden lassen sich konservativ behandeln ganz ohne Operation.

00:18:00: Die Säulen?

00:18:01: Vorübergehende Schmerz- und Entzündungshemmungen.

00:18:04: Aktive Physiotherapie zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur.

00:18:07: Und ganz wichtig, Bewegungsstattbettruhe.

00:18:11: Reicht das nicht, helfen gezielte Infiltrationen.

00:18:14: Unter Bildkontrolle wird ein Entzündungshemmen des Medikamentes millimetergenau an die gereizte Nervenwurzel gespritzt.

00:18:20: Erst wenn trotz konsequenter Therapie starke Schmerzen bleiben oder Lähmungen auftreten kommt eine Operation ins Spiel.

00:18:27: heute in aller Regel minimal invasiv über kleinste Zugänge meist mit dem Endoskop.

00:18:33: Darüber haben wir in einer früheren Folge bereits ausführlich gesprochen.

00:18:36: Ganz ähnlich die Strategie bei der Wirbelkanalverengung Konservativ beginnen mit Physiotherapie, Haltungsschulung, Medikamenten, Infiltration.

00:18:45: Viele Patientinnen und Patienten gewinnen so deutlich an Gehstrecke- und Lebensqualität zurück.

00:18:51: Schreitet die Einengung fort wird die Gehstrecke immer kürzer oder treten neurologische Ausfälle auf kann der Wirbelkanal endoskopisch erweitert werden Die Nerven bekommen ihren Platz zurück die Waden können wieder schmerzfrei arbeiten.

00:19:03: Entscheidend bleibt immer die individuelle Abwägung Alter, Begleiterkrankungen, Aktivitätsniveau und persönliche Ziele.

00:19:11: Zum Schluss noch einige praktische Tipps für Ihren Alltag.

00:19:14: Bleiben Sie in Bewegung!

00:19:16: Gehen, Radfahren, schwimmen hält die Muskulatur kräftig Die Gefäße elastisch, die Bandscheiben gut ernährt.

00:19:23: Denen sie regelmäßig – besonders wenn sie viel sitzen oder sportlich aktiv sind.

00:19:27: Eine einfache Übung Hände an die Wand, ein Bein weit nach hinten, Ferse am Boden, Becken sanft nach vorne schieben bis sie die Dehnung in der Wade spüren.

00:19:36: Etwa dreißig Sekunden halten, Seite wechseln.

00:19:39: Trinken Sie ausreichend und achten Sie auf eine Magnesium- und Kaliumreiche Ernährung Nüsse, Hülsenfrüchte Bananen Kartoffeln Vollkornprodukte.

00:19:49: Vermeiden Sie langes unbewegtes Sitzen und Stehen.

00:19:52: Auf Reisen helfen Aufstehen Fußwippen und notfalls Kompressionsströmpfe gegen das Thromboserisiko.

00:19:58: Und vielleicht am wichtigsten nehmen Sie wiederkehrende oder anhaltende Wadenschmerzen ernst.

00:20:03: Eine Wade, die immer wieder schmerzt will Ihnen etwas sagen und manchmal spricht durch sie nicht die Wade selbst sondern ihre Wirbelsäule.

00:20:11: Fassen wir zusammen!

00:20:12: Wadenschmerzen haben viele Gesichter.

00:20:15: Sie können harmlos muskulär bedingt sein – Durch Krämpfe, Zerrungen, Verhärtungen.

00:20:20: Sie könnten durch einen Mangel an Magnesium- oder Kalium entstehen.

00:20:23: Meist gut behebbar bei Kalium aber immer ärztlich abzuklären.

00:20:27: Sie können ein ernstes Warnsignal der Gefäße sein, von der Trombose bis zur Schaufensterkrankheit.

00:20:33: Sie können ihren wahren Ursprung in der Lendenwirbelsäule haben als ausstrahlender Nervenschmerz oder als belastungsabhängiger Beinschmerz bei einer Wirbelkanalverengung und sie können Ausdruck einer Polyneuropathie sein, bei der viele Nerven gleichzeitig betroffen sind.

00:20:48: die Kunst der Diagnostik Diese Ursachen sauber voneinander trennen, durch ein gutes Gespräch eine gründliche Untersuchung gezielte Bildgebungen.

00:20:58: Die Kunst der Therapie – nicht das Symptom bekämpfen sondern die Ursache behandeln so schonend wie möglich, so konsequent wie nötig.

00:21:07: Wenn Sie sich in dieser Folge wiedererkannt haben wenn Ihre Waden Sie beim Gehen ausbremsen, wenn Schmerzen vom Rücken ins Bein ziehen oder wenn sie einfach Gewissheit über die Ursacher Ihrer Beschwerden haben möchten melden Sie sich gerne bei uns.

00:21:21: Vereinbaren sie einen Termin in unserer Praxis unter der Telefonnummer NulldreiNull, ZweiSechsDrei, NeunsechsVier, AchtNull.

00:21:29: Noch einmal für Ihre Notizen Null DreiNulle, ZwieiSechsDrei neunsechsvier, achtNull.

00:21:35: Wir nehmen Ihre Beschwerden ernst, klären sie gründlich ab und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der zu Ihrem Leben passt.

00:21:44: Damit sind wir am Ende der heutigen Folge.

00:21:47: Ich danke Ihnen herzlich fürs Zuhören und für Ihr Interesse an Ihrer Gesundheit.

00:21:51: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, empfehlen Sie unseren Podcast gerne weiter – vielleicht kennen sie jemanden dessen Waden ihm schon lange Rätsel aufgeben!

00:22:00: Bleiben Sie in Bewegung, hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und bleiben Sie vor allem gesund!

00:22:06: Bis zur nächsten Folge Auf Wiederhören.

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