Das Ende der Fahnenstange - Rückenschmerzen ohne Hoffnung
Shownotes
Prof. Dr. med. Christian Woiciechowsky Pivatpraxis für Neurochirurgie, Rücken- & Sportmedizin und Schmerztherapie Tauentzienstr. 7B/C 10789 Berlin Tel.: 030 26396480 oder 030 89048503 FAX: 030 263964811 WhatsApp: https://wa.me/message/5XRR2QVMDOZ2J1 email: prof@woiciechowsky.de www.neurochirurgie-berlin.org www.kreuzschmerzen.org
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00:00:00: Guten Morgen, guten Tag, guten Abend. Wo auch immer sie sind, unsere welche
00:00:05: Tagezeit, sie auch immer unseren Podcast hören. Willkommen zurück. Heute sprechen
00:00:10: wir über ein heikles Thema. Ich habe den Podcast betitelt "Das Ende der
00:00:16: Fahnenstange - Rückenschmerzen ohne Hoffnung". Ich weiß, der Titel klingt etwas
00:00:21: brutal, aber ich wollte das Problem sehr bildhaft betiteln, damit es Aufmerksamkeit
00:00:27: erregt. Ich habe inletzten Podcasts verschiedene Themen angerissen, wo es
00:00:32: auch um fragliche Operationen geht, wo ich angeraten habe, sich vielleicht doch
00:00:36: eine Zweitmeinung zuholen, wo nochmal beurteilt wird, wie man ein Problem am
00:00:43: besten lösen kann, ob eben mit einer auffälligen Operation, vielleicht mit
00:00:47: einer kleineren Operation oder vielleicht mit gar keine Operation. Es ist schon mal
00:00:51: wichtig, Dinge aus verschiedenen Seiten zu beleuchten, um dann eben zu einer
00:00:56: eigenen Entscheidung zu kommen. Ich will hier mit diesem Podcast die Serie ein
00:00:59: bisschen abschließen und ich will hier auch an einem Patient, das meine Praxis
00:01:04: erinnern, exemplarisch will ich seinen Fall darstellen, wo das Ganze auch enden
00:01:09: kann, wenn man vielleicht irgendwann mal falsch abgewogen ist und das nicht
00:01:14: rechtzeitig erkennt und nicht rechtzeitig seine Route korrigiert, dann kann
00:01:19: es sein, dass man sich in einer Situation wiederfindet, wo irgendetwas nicht mehr
00:01:24: rückgängig zu machen ist und man irgendwie in so einer Spirale der
00:01:28: Eskalation mündet, wo man sich mehr so auf Bilder konzentriert, weniger auf die
00:01:35: Symptomatik des Patienten, weil man irgendwie die Bilder korrigieren möchte,
00:01:39: man möchte ein Optimum an Bildern erreichen und dann kommt ziemlich schnell
00:01:45: auch die Entscheidung zu einer folgenden Operation und dann ergibt sich schon auch
00:01:51: die Frage, ob eben mit der nächsten Operation das Problem gelöst werden kann
00:01:56: oder ob sich die Situation vielleicht sogar verschlimmert. Hier ist auch wichtig
00:02:03: die Mitwirkung des Patienten. Manchmal ergibt sich auch die Frage, mit wie
00:02:07: viel Schmerz muss ich vielleicht auskommen und wie viel Schmerz muss ich
00:02:12: vielleicht leben, vielleicht muss ich auch mit gewissen Einschränkungen leben,
00:02:16: vielleicht muss ich das auch in gewissen Maße akzeptieren und nicht an einem
00:02:22: Optimum suchen, das vielleicht gar nicht gegeben ist und vielleicht auch das
00:02:28: Risiko dann beinhaltet, dass das Ganze sich weiterhin verschlimmert.
00:02:33: Ja, das Ende der Fahnenstange, Rückenschmerz und Hoffnung. Es gibt unter
00:02:38: Neurichterungen ein bekanntes Buch, das heißt "When the air hits the brain, you
00:02:44: will never be the same". Das bedeutet, wenn sozusagen Luft an das Gehirn kommt, ist
00:02:49: man nicht mehr derselbe. Das beinhaltet halt den Fakt, dass die Neurichterungen
00:02:54: natürlich auch sehr viel am Kopf operieren, den Schädel öffnen müssen, um
00:02:57: eben Tumor zu entfernen oder ähnliches und dadurch halt natürlich Luft an das
00:03:02: Gehirn gelangt und dadurch vielleicht irgendwelche Veränderungen eintreten.
00:03:05: Aber Neurichterungen operieren nicht nur am Kopf, sondern auch an der Wirbelsäule
00:03:10: und in einem Kapitel in diesem Buch geht es auch darum, um ein Patientin, der auch
00:03:15: schon mehrfach eben an der Wirbelsäule operiert worden ist, aber irgendwie
00:03:20: weiterhin Schmerzen hat und während der Visite unterhalten sich halt die
00:03:24: Kollegen, schauen auf Mathebilder und sind sich so ein bisschen unschlüssig, was
00:03:30: man tun kann, was dem Patientin helfen könnte und der Patient sieht auch, dass
00:03:36: die Kollegen sich unschlüssig sind. Er sagt dann, um auch die Kollegen ein
00:03:40: bisschen zu motivieren, etwas zu tun, you can't make me worse. Und in der
00:03:47: nächsten Zeile heißt es dann, we have proven him to be wrong. Das heißt, der
00:03:51: Patient wollte so meinen, ja, sie können mich nicht schlechter machen, tut doch was,
00:03:55: sie können mich nicht schlechter machen und der Kollege muss dann
00:03:57: konzertieren, ja, wir haben ihm das Gegenteil bewiesen. Also das ist nicht so,
00:04:03: dass man irgendwie nicht noch schlechter werden kann oder noch eine Situation
00:04:07: verschlimmern kann, wenn man nicht rechtzeitig eine Kehrtwende macht und
00:04:11: nicht rechtzeitig vielleicht einsieht, dass man eben sich doch irgendwie auf
00:04:15: ein falscher Weg befindet. Ich bin ja schon 35 Jahre in der Eurochirurg und
00:04:19: kenn das Problem und ich habe schon sehr viele tausende von Patienten behandelt
00:04:22: und ja, ich war auch schon in ähnlichen Situationen, wo man halt an einem Punkt
00:04:27: gelangt und ja, vom Patienten auch, ja, so eine gewisse Aktion oder nach
00:04:32: einem Patienten gewisse Aktion einfordert und man dann irgendwie aus der
00:04:35: Höflosigkeit heraus sich dann doch vielleicht zu einer Operation
00:04:38: entschließt und dann mehr als ehrlich konzertieren muss, ja, das hat es jetzt
00:04:43: auch nicht gebracht und im schlimmsten Fall hat man sogar Situationen
00:04:47: verschlimmern, weil jeder Operation ein Risiko hat, Komplikationsmöglichkeiten
00:04:52: etc. Wichtig ist natürlich, wenn man eben solche Erfahrungen gemacht hat, dass man
00:04:56: diese Erfahrungen richtig verarbeitet und die nächsten Entscheidungen einfließen
00:05:01: lässt und dann eben bessere Entscheidungen trifft, um eben den Patienten
00:05:04: zu helfen. Ich möchte noch ein zweites Zitat anführen, das mich auch sehr
00:05:09: geprägt hat. Das heißt also, wenn ich den Patienten helfen will, sage ich um die
00:05:14: Wahrheit. Auch wenn ihm die Wahrheit vielleicht nicht ganz gefällt, wenn ich
00:05:18: mir als Arzt helfen will, sage ich den Patienten, was er hören will, weil
00:05:22: damit habe ich irgendwie meine Ruhe und alles in Zufrieden, auch wenn es
00:05:27: vielleicht nicht die Wahrheit ist. Was passiert, wenn jahrelame Rückenschmerzen
00:05:31: einfach nicht verschwinden, wenn Schmerzmittel, Spritzen, Physiotherapie,
00:05:35: alles nur eine kurze Verschnaufpause bietet und dann für viele Patienten der
00:05:42: letzte Ausweg eine Operation zu sein scheint. Doch was, wenn genau diese
00:05:47: Operation auch nicht hilft oder vielleicht in die Situation verschlimmert, wenn
00:05:51: dann ein Eingriff dem Nächsten folgt, ohne Besserung, ohne Plan, ohne Perspektive?
00:05:56: In dieser Episode sprechen wir über diese Grenzfälle, über Situationen, in denen
00:06:02: Patienten und Patientinnen auf der Suche nach Erlösung am Ende ihrer Kräfte
00:06:06: stehen und letztendlich dann auch am Ende der medizinischen Möglichkeiten.
00:06:11: Die Operation kann die Lösung sein oder leider eben auch der Beginn einer
00:06:17: langen Leidensgeschichte. Wo liegen die Grenzen?
00:06:20: Wann macht eine Operation Sinn und wann ist sie vielleicht weniger hilfreich. Ich
00:06:27: will mal hier so eine echte Geschichte von Fehlentscheidung, Hoffnung und der Suche
00:06:33: nach einem Weg zurück ins Leben in die gute Lebensqualität sie mitnehmen.
00:06:38: Es geht um die Geschichte aus meiner Praxis, alles ist sozusagen anonym und
00:06:44: bezeichnungsfrei gewählt. Ich sag mal einfach so, Frau K. ist 52 Jahre alt,
00:06:50: Verwaltungsangestellte, aktiv, sportlich, lebensfroh. Bis vor sechs Jahren, damals
00:06:56: begann alles so mit Drückenschmerzen im unteren Rücken, zunächst die Fuß, dann
00:07:02: auch wieder belastungsabhängig. Irgendwie versucht die Patientinnen am
00:07:06: Anfang sich selbst zu therapieren, Wärme und mehr so ein bisschen andere
00:07:12: Matratze und was man halt so macht, um eben das Problem loszuwerden. Wenn es nicht
00:07:18: besser wird, geht sie dann doch zu ihrer Hausärztin und die Hausärztin untersucht
00:07:21: uns auch muskuläre Verspannungen, verschreibt eine Massage, Wärme,
00:07:25: Physiotherapie und sagt auch nehmen sie auch mal eine Immoprophäen, wenn die
00:07:29: Schmerzen stark sind, um eben den Schmerz zu durchbrechen. Die Patientin
00:07:33: macht das und ja es wird auch mal besser, aber irgendwie so ganz weg sind die
00:07:38: Schmerzen nicht. Die kommen immer wieder mal zurück, dann werden sie wieder
00:07:42: hartnäckiger, ja die Patientin natürlich wieder zurück zur Hausärztin, ja die
00:07:46: Hausärztin, natürlich mal gucken, wenn die Schmerzen nicht weggehen, muss man
00:07:51: schon mal diagnostisch weiter vorangehen und sie braucht ja dann MRT, das war
00:07:57: dann MRT durchgeführt, ja und MRT dann zeigt dann so eine Bandscheibenvorwirkung,
00:08:02: keine echten Bandscheibenvorwirkung, weil eine Bandscheibenvorwirkung kleiner
00:08:05: befunden, ja alle schauen auf das Bild und denken, oh ja, was kann doch schon mal die
00:08:09: Ursache sein? Hausärztin sagt die Patientin mal zum Orthopänen gehen, sich
00:08:14: da mal beraten lassen, die Patientin geht zum Orthopänen, Orthopäne schaut auch auf
00:08:17: die Bilder, okay, wir können es ja mit Spritzen probieren, ja probieren so mit
00:08:21: Spritzen, funktioniert nicht so richtig und ja irgendwann sagt es sich, na ja gut
00:08:26: dann vielleicht doch nur P, ich schicke sie mal ins Krankenhaus, ja Patientin
00:08:30: geht ins Krankenhaus und ja im Krankenhaus ein ja klares Ding, kein
00:08:35: Problem, das operieren wir und dann sind sie beschwerenlos, ja Patientin ist ja
00:08:40: zufrieden, ja, da gibt es einer mal eine Möglichkeit an, wirklich langfristig das
00:08:45: Problem los zu werden, ja Patientin will ich in die Operation ein und
00:08:50: Operation verläuft auch technisch gut, keine Komplikationen, Patientin wird
00:08:55: entlassen, es beginnt dann die postoperative Nachbehandlungsphase auch mit
00:08:59: Physiotherapie, sie fährt auch in die Reha, aber ehrlich gesagt so die Schmerzen
00:09:03: sind nicht so richtig weg, immer wieder kommen die zurück und unter dem
00:09:08: Strich sagt sie, also mal so, irgendwie hat die Operation nichts gebracht, dann
00:09:12: wird noch mal ein MRT gemacht, wieder guckt man drauf und um ist ein bisschen
00:09:16: schlechter geworden, man sieht irgendwie so eine ausgetrockene Bandscheibe, so eine
00:09:19: Black Disc, ja wieder so ein bisschen Vorwölbung, die Orthopäne sagt, na gut,
00:09:24: dann müssen sie mal wieder in die Klinik gehen, da wo das probiert worden ist und
00:09:28: die Kollegen sollen entscheiden was zu machen ist, ja und die Kollegen
00:09:33: gucken drauf und sagen ja, so ein Black Disc, also ausgetrockene Bandscheibe,
00:09:39: vielleicht auch eine Mikroinstabilität, ja so neuerige Dekompressionen macht
00:09:44: wenigstens und schlagen eine Verschraubung vor, ja eine Spondylodeuse, eine
00:09:48: Wirbelsäulenstabilisierung, ja Patientin am Anfang auch ein bisschen unsicher, aber
00:09:53: sagt sich okay, wenn es keine andere Lösung gibt, dann müssen wir das machen,
00:09:57: dann wird die Operation durchgeführt und auch wieder technisch relativ sauber,
00:10:02: keine Probleme, aber irgendwie die Schmerzen sind nicht weg und dann kommt es
00:10:08: dazu, was man eigentlich nicht haben möchte, denn im Verlaufe stellen sich dann
00:10:12: doch Probleme ein, es kommt zu einer Materialelockerung, Anschluss in
00:10:16: Stabilität, Patientin wird mehrfach operiert und zum Schluss hat sie einen
00:10:20: Schmerzstimulator, ja der Schmerzstimulator immer so als der
00:10:25: letzte, der letzte Ausweg, das genannte Ende der Fahnenstange, was soll dann noch
00:10:30: kommen, ja die Patientin steht dann vor mir und irgendwie kommt sie dann zu dem
00:10:36: Schluss, ja vielleicht hätte ich mich doch gar nicht operieren lassen sollen,
00:10:39: wir sollen mal damit umgehen, ja Frau K ist sicherlich nicht die Regel, oh Gott
00:10:44: das will ich überhaupt nicht, aber sie ist auch nicht die absolute Ausnahme, ja
00:10:48: sie steht exemplarisch, wo eben vielleicht doch ein OP zu schnell entschieden
00:10:54: worden ist, man sozusagen diesen Weg eingeschlagen hat, in der Hoffnung das
00:10:59: Problem zu lösen, aber es nicht gelungen ist. Und nun ergibt sich die Frage, ja
00:11:04: warum, warum hat die Therapie versagt und meiner Ansicht nach gibt es so drei
00:11:10: Möglichkeiten, warum eine Therapie versagt. Die erste Möglichkeit ist, es
00:11:15: wurde keine korrekte Diagnose gestellt und deshalb natürlich auch nicht die
00:11:19: richtige Therapie gewählt. Die zweite Möglichkeit ist, es wurde eine
00:11:24: korrekte Diagnose gestellt und auch die richtige Therapie gewählt, aber die
00:11:30: Maßnahme wurde ja entweder nicht korrekt durchgeführt oder es gab
00:11:34: Komplikationen. Die dritte Möglichkeit ist, es wurde eine korrekte Diagnose
00:11:40: gestellt, aber eben eine falsche Maßnahme durchgeführt und deshalb das
00:11:45: Problem nicht beseitigt. Das heißt also man muss immer gucken, wenn eben nach
00:11:51: einer Operation weiterhin Beschwerden da sind und die Beschwerden genauso sind
00:11:57: wie vor der Operation oder vielleicht ein bisschen weniger, aber muss man sich
00:12:00: schon fragen, woran könnte es liegen. Ich hatte schon zuvor in mehreren
00:12:05: Podcasts versucht darzustellen, dass es nicht immer einfach ist, die Ursache
00:12:10: für Rückenschmerzen zu bestimmen, der einfach viele Faktoren eine Rolle
00:12:13: spielen und erhobene Befunde nicht immer eindeutig sind.
00:12:17: Das größte Problem in meinem Augen ist die Bilddiagnostik. Heutzutage wird sehr
00:12:22: schnell ein Bild gemacht und man verlässt sich sehr auf Bilder, weil man
00:12:27: hofft natürlich in Bildern die Lösung, wie das Problem zu finden.
00:12:31: Sobald irgendetwas von der Norm abweicht, wird es als mögliche Ursache für
00:12:37: Beschwerden angenommen und leider wird manchmal dann auch nicht weiter geschaut,
00:12:42: sondern man konzentriert sich auf das, was man gefunden hat und guckt letztendlich
00:12:46: nicht mehr über den Tellerrand. Dann wird natürlich auch versucht, das, was
00:12:52: man da im Bild gesehen hat, zu korrigieren, auch in der Hoffnung dadurch
00:12:57: eben das Problem zu beseitigen. Wir werden natürlich alle irgendwie älter und der
00:13:03: Verschleißprozess beginnt bei einem etwas früher, beim anderen etwas später,
00:13:07: aber niemand ist davor irgendwie geschützt. Es ist so wie bekommen graue Haare,
00:13:13: bekommen Falten und so haben wir natürlich auch Veränderungen an den
00:13:18: Bandschreiben oder an den Facettengelenken. Da gibt es sich dann schon die
00:13:22: Frage, sind diese Veränderungen, die wir da sehen, eine gewisse Anpassung des
00:13:27: Organismus, an zunehmendem Belastung oder haben die Krankheitswert? Der
00:13:33: Kurzschluss, Verschleiß, gleich Schmerz, gleich Operation, gleich Besserung, ist
00:13:38: leider nicht immer gegeben. Wie gesagt, wir haben natürlich auch klare Fälle,
00:13:44: wo wir Bilder gut mit der Symptomatik des Patientinnen in Weinstimmung bringen
00:13:49: können und dann auch die entsprechende Therapie wählen können. Aber wir haben
00:13:55: auch diese Grenzfälle, diese Grauzonen, wo das eben nicht so klar ist, wo wir auch
00:14:01: Bildern was sehen, wir untersuchen den Patienten, ja es könnte sein, dass das die
00:14:05: Ursache ist, aber wir sind uns nicht sicher. In meinen Augen, wenn wir uns in
00:14:09: diesen Grenzzonen bewegen und jetzt nochmal feststellen wollen, ist wirklich
00:14:15: diese Veränderungen, die wir auf dem Bild sehen, auch für die Beschwerden des
00:14:18: Patienten verantwortlich, dann sind solche Testinjektionen, sogenannte Nervenblockaden
00:14:23: sinnvoll. Also weil Schmerz kommt von Nerven, also Nerven müssen ja irgendwie
00:14:30: gereizt sein, die Schmerzrezeptoren müssen gereizt sein, die dann in den
00:14:34: Schmerz aufnehmen und wenn ich ihm dann den Nervenblocker, also im Lokalanastetikum,
00:14:40: dann unterbreche ich halt die Informationsleitung und wenn die Region
00:14:45: dann letztendlich, ich mal sagen, betäubt ist und dadurch halt Schmerz nicht
00:14:51: erfunden werden, dann kann ich Schluss folgern, ja dann muss auch in dieser
00:14:56: Region die Ursache liegen und wenn ich dann entsprechende Veränderungen sehe,
00:15:01: kann ich sagen, okay diese Veränderung an Wandscheinverschleiß oder eben eine
00:15:06: Arthrose in den Facettengelenken kann die Ursache der Schmerzen sein und ich
00:15:12: kann dann eben entsprechend meine Therapie darauf ausrichten. Und man sollte sich
00:15:18: natürlich immer zunächst auf die konservativen Maßnahmen konzentrieren.
00:15:23: Also in meiner Praxis muss ich sagen, behandle ich wahrscheinlich 95 Prozent meiner
00:15:29: Patienten konservativ und bei diesen 95 Prozent habe ich sicherlich eine
00:15:34: Erfolgsquote vielleicht von 80 Prozent. Wo ich mit konservativen Maßnahmen
00:15:39: Patienten weitgehend schmerzfrei bekomme oder schmerzgebessert, dass ich sie
00:15:44: wieder zurück in ihre Aktivität bringe, dass ihre Lebensqualität gesteigert ist,
00:15:48: Und auch wenn die Maßnahmen vielleicht nicht dauerhaft sind und dann wiederholt werden müssen,
00:15:53: so sind sie doch ein Weg, der eben halt Schmerzen lindern kann.
00:15:58: Und es gibt verschiedenste konservative Maßnahmen, wir haben schon gesagt, diese Nervenblockaden,
00:16:02: man kann die Nervenblockaden fortführen, man kann Nervenblockaden mit lokalem Ästhetikum
00:16:06: machen, man kann es kombinieren mit Cortison, man kann versuchen verschiedene Desensibilisierungsmöglichkeiten
00:16:12: durchzuführen, man kann natürlich auch Akkupunktur machen.
00:16:17: Wir haben auch diese neuartige Aksomeratherapie, so diese biorelektrische Stimulationstherapie,
00:16:23: da werde ich auch nochmal einen eigenen Podcast dazu machen, man kann das auf meiner Homepage
00:16:28: auch nachlesen.
00:16:29: Also Aksomeratherapie gibt es auch sehr viele Patienten, Videos, die über Erfolge bei
00:16:36: solchen Therapie berichten.
00:16:37: Es gibt doch die Eigenblutstherapie, Magnetfeldtherapie, es gibt ja sehr viele konservative Therapiemaßnahmen,
00:16:44: die man auf alle Fälle probieren sollte, auch längerfristig probieren sollte, weil eben
00:16:50: der schnelle Griff zur Operation, wo man halt ja so aus Patienten sich verstehe, dass
00:16:57: er auch, man möchte gerne schnell ein Problem gelöst bekommen und nicht irgendwie eine
00:17:01: längerfristige Therapie durchführen zu lassen, kann aber eben die Lösung des Problems bedeuten,
00:17:07: bei bestimmten Fällen haben wir gesagt, wenn wirklich klare Befunde da sind, wenn ich ein
00:17:11: klares Wurbe gleiten habe, mit einer Instabilität, dann profitiert der Patient natürlich von
00:17:15: einer Stabilisierungsoperation auch, wenn die konservativen Therapiemaßnahmen versagt
00:17:20: haben oder ein klare Bandscheinvorwärts, etc.
00:17:22: Aber ich habe eben auch diese Unklare befunde und wenn dann eben doch vielleicht zu schnell
00:17:27: sich für eine Operation entschlossen wird, dann kann das eben der Beginn einer langen
00:17:32: Leidensgeschichte sein, wie das eben die Frau K. berichtet hatte und wo eben dann irgendwann
00:17:39: das Ende der Pfannenstange erreicht ist.
00:17:41: Und ich hatte das ja auch schon erwähnt, man muss natürlich auch Maßnahmen hinterfragen,
00:17:47: vor allem wenn man eine Maßnahme durchgeführt hat und diese Maßnahme nicht zum Erfolg
00:17:52: geführt hat.
00:17:53: Das heißt, ich habe ein Ziel gehabt und ich habe das Ziel nicht erreicht.
00:17:56: Da muss man sich schon hinterfragen, warum habe ich das Ziel nicht erreicht.
00:18:01: Und ich sage immer, das ist so ein bisschen wie beim Auto fahren und ich verlasse mich
00:18:05: auf das Navi.
00:18:06: Ja, ich fahre immer schön nach dem Navi und irgendwann gucke ich mich so um und dann
00:18:10: bin ich dann hier noch richtig und ich stimme das noch mal so unbekannt vor und es dauert
00:18:15: schon viel zu lange und ja, dann gibt es zwei Möglichkeiten, entweder ich fahre stur weiter
00:18:20: oder ich bleib mal stehen und checke.
00:18:24: Plausibilitätskontrolle.
00:18:25: Habe ich vielleicht doch die Adresse falsch eingegeben, habe ich irgendwas verstellt.
00:18:30: Also anfangen bei Punkt Null, alles nochmal aufdröseln, ja und dann gucken, wo vielleicht
00:18:35: ein Fehler liegt, warum ich mich jetzt sozusagen auf dem falschen Weg befinde und das kann
00:18:39: natürlich sein, dass ich eine Adresse falsch eingegeben habe, irgendwo hat irgendwo auf
00:18:44: okay gedrückt und dann hat irgendwas das System angenommen, was sie nicht annehmen sollen
00:18:48: und wenn man das nicht richtig erkennt, ja, dann kann man natürlich nie zum Ziel gelangen,
00:18:53: ja.
00:18:54: In der falschen Adresse kann ich nicht ans Ziel kommen.
00:18:56: Das ist leider Tatsache und deshalb wie gesagt wichtig, immer mal zwischendurch zu checken,
00:19:02: bin ich noch auf dem richtigen Weg.
00:19:03: Ist die Therapie noch die Therapie, die den Patienten helfen kann, habe ich die richtige
00:19:07: Diagnose gestellt, gibt es vielleicht noch andere Ursachen für die Schmerzen und muss
00:19:12: ich nicht vielleicht auch mal eine Therapie anpassen.
00:19:15: Ja, ich möchte jetzt an dieser Stelle nochmal kurz was einschieben.
00:19:18: Wir sind jetzt so gut über der Hälfte des Podcasts und da nutze ich die Gelegenheit,
00:19:25: um gleich mal den nächsten Podcast anzukündigen.
00:19:27: Ich habe nach langem überlegen, das Thema Kraniozervikale Instabilität gewählt.
00:19:33: Das heißt, die Lockerung zwischen Kopf und Halsverbeseule.
00:19:36: Das klingt schon relativ spannend und ist, ehrlich gesagt, ein eher sehr seltenes Krankheitsbild.
00:19:43: Aber leider wird es mit meinen Augen zunehmend häufig diagnostiziert.
00:19:49: Und ich habe die Patienten in meiner Praxis, die mit so einem Problematik zu mir kommen
00:19:54: und dann ihr nach Therapiemöglichkeiten fragen und häufig auch sozusagen weiß ich
00:20:00: schon irgendwo Belesen haben oder Ähnliches, dann eben nach Operationen fragen.
00:20:05: Und in meinen Augen ist das häufig auch ein Krankheitsbild, was leider unnötig operiert
00:20:11: wird.
00:20:12: Also beim nächsten Mal spannendes Thema Kraniozervikale Instabilität.
00:20:17: Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um alle Zuhörer mal zu motivieren, doch mal
00:20:23: eine Bewertung abzugeben, vielleicht auch mal irgendwie eine Frage zu stellen, ein Thema
00:20:29: anzusprechen, was interessiert ist.
00:20:30: Ich bin sehr, sehr interessiert an Interaktionen, um eben mit meinen Zuhörern so ein bisschen
00:20:37: in Kontakt zu bleiben.
00:20:38: Ja, nun zurück zum Thema.
00:20:39: Die Frage ist ja nun, wenn ein Patient an diesem Punkt angelangt ist, wo letztendlich
00:20:45: viele chirurgische Maßnahmen durchgeführt worden sind und das vielleicht eben mit der
00:20:50: Implantation eines Schmerzstimulators geendet hat, ja das sogenannte Ende der Verhandelstange,
00:20:57: wo das Gefühl sich langsam einschleicht, dass man irgendwie auf der Autobahn die letzte
00:21:03: Ausfahrt verpasst hat und nun geht das irgendwie geradewegs in den Abgrund.
00:21:07: Denn diese Maßnahmen lassen sich ja nicht mehr zurückführen.
00:21:10: Das ist anders bei den konservativen Maßnahmen, bei einer Spritze.
00:21:15: Also wenn die nicht hilft, gut, dann ist das zwar nicht schön, aber es ändert nichts
00:21:20: an der Gesamtsituation, es hat sich letztendlich nichts verändert.
00:21:23: Anders ist es, wenn ich Implantate habe.
00:21:25: Die Implantate entfernen, den Fixateur entfernen, den Stimulator entfernen, das würde ja
00:21:31: das Problem ja nicht lösen.
00:21:32: Es könnte vielleicht sogar ein Problem verstärken, weil natürlich solche Implantate, die sind
00:21:39: eingenabt, die sind verwachsen und das zu entfernen, macht eher wenig Sinn und eher wenig Aussicht
00:21:45: auf Erfolg.
00:21:46: Es können zulässige Schmerzquellen dadurch entstehen und die Problematik, wie gesagt,
00:21:51: kann sich verschlechtern und da erinnere ich immer an diesen einen Patienten aus dem
00:21:57: Buch, der auch sagt, you can't make me worse, der Arzt stellt fest, we have proven him
00:22:04: to be warned.
00:22:05: Also der Patient hofft, sie könne mich schlechter machen, sie könne mich nur verbessern und
00:22:10: der Arzt beweist leider das Gegenteil.
00:22:13: Was kann man nun tun?
00:22:15: Ja, die Möglichkeiten sind natürlich, wenn man eben leider das Ende der Fangenstangen
00:22:20: erleichtert, begrenzt.
00:22:21: Man kann sich versuchen, nochmal mit einer stationären Schmerztherapie vielleicht eine
00:22:27: gewisse Besserung zu erzielen, medikamentös, aber auch das ist natürlich ein nicht ungefährlicher
00:22:34: Weg, man kann natürlich Medikament auch eskalieren, Dose nehmen, man kann gewisse Abhängigkeiten
00:22:39: erzeugen, Nebenwirkungen erzeugen, also dieses Ausreizen der medikamentösen Therapie ist
00:22:45: auch nicht so einfach.
00:22:46: Man muss natürlich mit den Patienten das Problem ausführlich besprechen, vor allem
00:22:51: die Erfolgsaussichten, die man noch hat und man muss natürlich auch versuchen herauszufinden,
00:22:58: was für einen Schmerzniveau ist vielleicht für den Patienten akzeptabel, welche Einschränkungen,
00:23:02: welche Handicaps sind vielleicht akzeptabel, worauf muss ich eventuell verzichten, um eben
00:23:08: Schmerzen irgendwie in Griff zu bekommen, man muss natürlich auch prüfen, was für
00:23:14: seelische, moralische, psychosoziale, psychowegetative Faktoren eventuell eine Rolle spielen, die
00:23:20: vielleicht die Schmerzwahrnehmung verstärken, die Patienten eine gewisse Verzweiflung treiben.
00:23:27: Viele kennen ja die Bilder der indischen Jogi, die da so über Nagelbretter laufen oder auf
00:23:33: Nagelbrettern sitzen oder über heiße Kronen laufen, natürlich werden da auch die Schmerzrezeptoren
00:23:39: gereist, das geht ja gar nicht anders, aber die haben scheinbar die Möglichkeit geschaffen
00:23:44: für sich, eben diese Schmerzwahrnehmung oder eben die Schmerzweiterleitung zu kontrollieren.
00:23:50: Denn es gibt ja immer auch vom Gehirn aus, Mechanismen, Sachen zu blockieren.
00:23:56: Also wenn jetzt zum Beispiel irgendwie eine gewisse Stresssituation da ist, wo man jetzt
00:24:02: ums Leben kämpft, dann ist natürlich Schmerz nicht gerade irgendwie vorteilhaft, da möchte
00:24:08: man ja den Schmerz irgendwie ignorieren und das macht der Körper auch, der Körper setzt
00:24:12: stoffefrei, die eben Schmerzen ignorieren, damit man eben, was weiß ich, mit einem gebrochenen
00:24:17: Bein trotzdem noch vor dem Säbelzahn Tiger auf dem Baum klettern kann, das machen wir
00:24:23: ja unbewusst aus dieser Stresssituation heraus, aber natürlich können solche Extreme eben
00:24:29: auch das bewusst machen und dadurch eben ihr und Schmerz kontrollieren.
00:24:33: Das sind natürlich Extrembeispiele, aber im Kleinen kann man das auch schon in gewissen
00:24:40: Maßen versuchen, eben eine gewisse Kontrolle der Schmerzen, eine gewisse Beeinflussung
00:24:47: der Wahrnehmung des Schmerzes, das wurde ich auch mit verschiedenen Techniken gelehrt
00:24:52: und macht auch wirklich Sinn.
00:24:55: Man muss das auch aktiv ansprechen, das ist häufig nicht einfach, aber wie gesagt, wenn
00:25:01: ich meinen Patienten helfen möchte, sage ich ihm die Wahrheit.
00:25:05: Wenn ich mir helfen möchte, sage ich, was der Patient hören will, weil wie gesagt,
00:25:11: dann ist er zufrieden und ich habe eventuell meine Ruhe.
00:25:13: Aber solche komplexen Dinge anzusprechen erfordert häufig viel Zeit, meistens auch nicht mit
00:25:20: einer Sitzung getan, meistens muss man sich öfters treffen, um versuchen auch Hintergründe
00:25:26: zu erfassen, weil Schmerzen können multifaktoriell sein und da spielen jetzt nicht nur organische
00:25:32: Veränderungen, eine Rolle, sondern es spielen, wie gesagt, psychosoziale, psychovigitative
00:25:37: Faktoren, eine Rolle, die man in einem kurzen Gespräch nicht erfasst.
00:25:42: Da ist es natürlich viel einfacher auf ein Bild zu gucken und da ist es ja was und das
00:25:46: macht die Schmerzen aus und dann operieren wir das hier und dann sind sich Schmerzen
00:25:49: los.
00:25:50: Und der Patient, der vielleicht auch diese ganzen anderen Dinge verdrängt, ist froh, dass
00:25:55: jetzt immer und sagt, das spielt ja gar keine Rolle, dann sind die ganzen Probleme, die
00:25:59: vielleicht im Hinterkopf sind, wir haben hier etwas gefunden und das beseitigen wir und
00:26:03: dann bist du nicht mehr zu los.
00:26:05: Und natürlich würde der Patient dann auch schnell einwilligen.
00:26:09: Das ist sicherlich nicht die ganz große Patientengruppe.
00:26:13: Die meisten Patienten haben natürlich ihre Beschwerden in organischen Ursachen, sei es
00:26:19: einfach nur Überlastung, Muskeläberverspannungen, wo man letztlich mit konservative Maßnahmen
00:26:25: gut beheben kann, weil Diagonische Problematik im Vordergrund steht.
00:26:30: Aber wenn, wie gesagt, diese ganzen Maßnahmen nicht helfen und man sich fragt, woher kommt
00:26:38: der Schmerz eigentlich, dann sollte man solche Faktoren nicht unterschätzen, auch als Patient
00:26:44: sollte man solche Faktoren nicht unterschätzen, weil der Stress auch dann letztendlich Schmerzen
00:26:51: verstärken kann, wenn es chronischer Stress ist und letztendlich dann auch so als ein
00:26:57: Warnsignal.
00:26:58: Der Körper hat Schmerzen und warnt jetzt den Patienten davor, jetzt mal irgendetwas zu
00:27:04: tun, damit diese Schmerz weggeht und eigentlich will er halt ihm klarmachen, dass er erstmal
00:27:09: irgendwie zum Beispiel seinen Stress reduzieren soll, weil er eben zu diesen Verspannungen
00:27:15: etc.
00:27:16: wird, er soll man das System ein bisschen runterfahren, mal in den Ruhemodus schalten
00:27:22: und vielleicht den Schmerzfaktor reduzieren und welche Rosa auch immer sei, beruflich,
00:27:28: familiär, gibt ja verschiedenste Faktoren, der Körper will ja irgendwie schützen und will
00:27:35: die Informationen in das Gehirn senden, um ihm klar zu machen, jetzt hören wir damit
00:27:40: auf, fahren wir runter.
00:27:42: Ja, das ist so, ich bin ja schon etwas älter und da sind bei mir noch diese Zeilen von
00:27:50: Rio Reiser, Tonstein und Scherben, die es herausbrüllen, macht kaputt, weil ich euch
00:27:55: kaputtmacht.
00:27:56: Also versuchen die Dinge, die einen dazu führen, in diese Spirale hineinzukommen, dann vielleicht
00:28:05: doch mal wieder rauszubrechen und das System runterzufahren, ein bisschen mehr nach innen
00:28:11: zu schauen, sich selbst zu beruhigen und dadurch vielleicht auch Einfluss nehmen, eben auf
00:28:16: Schmerzen.
00:28:17: Wenn eben nicht klare Ursachen da sind, das will ich immer hier betonen, nicht, dass
00:28:22: ich irgendwie in die falsche Richtung schlage, so nach dem Motto, alle Schmerzen sind psychisch
00:28:28: bedingt, das will ich auf keinen Fall, es gibt, wie gesagt, die Mehrheit der Schmerzen
00:28:33: sind organisch, aber es gibt eben leider auch diese andere Gruppe und da will man einfach
00:28:39: nur darauf hinweisen, dass man auch in diese Richtung schaut und nicht vielleicht zu schnell
00:28:45: dann irgendwie wildkonservative Maßnahmen nicht geholfen haben, sich zu einer Operation
00:28:51: entschließt, weil man da eben sozusagen die Hoffnung reinsetzt, dass dadurch das Problem
00:28:55: gelöst wird und dann letztendlich in eine Schleife reinkommt, die dann zum Ende der Fahnschlange
00:29:02: führt.
00:29:03: Man sollte auf alle Fälle immer kritisch sein, wenn es um Operationen geht, man sollte
00:29:08: sich immer erklären lassen, warum wird operiert, was will ich mit der Operation beseitigen
00:29:16: und welche Erfolgsaussichten habe ich, weil wie gesagt, eine Operation kann ich nicht
00:29:21: rückgängig machen, ich kann durch eine Operation zusätzliche Schmerzgeneratoren herstellen
00:29:27: und ich kann da leider auch ziemlich schnell sozusagen an das Ende der Fahnschlange gelangen
00:29:34: und wenn man mehrfach operiert worden ist, dann ist natürlich schwierig mit den konservativen
00:29:39: Maßnahmen, die ja eigentlich sozusagen eine Operation verhindern sollen, dann wieder durchzukommen,
00:29:44: weil dann sind Schmerzgeneratoren entstanden, die eben häufig durch konservative Maßnahmen
00:29:50: eben leider nicht mehr so gut zu kontrollieren sind, als wenn ihr Patient nicht operiert worden
00:29:57: ist.
00:29:58: Man kann natürlich immer wieder versuchen, ich will ja nicht sagen, dass dann halt der
00:30:02: Zustand so, wie er ist, nicht mehr zu verändern ist, ich sage nur, dass dadurch sicherlich
00:30:09: die Möglichkeiten eingeschränkt sind und dadurch auch manche Maßnahmen einfach länger
00:30:16: brauchen.
00:30:17: Ich werde keine kurzfristigen oder schnellen Erfolge erzielen, man muss in gewisse Dinge
00:30:23: auch Geduld mitbringen, man muss sozusagen akzeptieren, dass die Fortschritte langsam
00:30:29: sind, dass sozusagen mehrere Therapien sitzungen erforderlich sind, in der Physiotherapie,
00:30:34: diese Akkupunktur, vielleicht kann ich noch mal bestimmten Blockaden, Injektionen, irgendetwas
00:30:38: ausrichten mit unserer neuartigen Aksomeratherapie.
00:30:42: Also es gibt natürlich schon Möglichkeiten, noch Schmerzen zu reduzieren, die Lebensqualität
00:30:51: zu verbessern, aber natürlich ist es günstiger, ich mache diese Maßnahmen ohne Operation,
00:30:59: weil dann empfiehlt der Erfolg, dass sie günstiger sind, als wenn ich sozusagen nach einer Operation
00:31:04: erst dann anfange, eben irgendwie in konservative Maßnahmen, wo eben schon Tatsachen gemacht
00:31:09: worden sind, die ich leider eben nicht mehr zurückmachen kann.
00:31:12: Ja, also nochmal betonen, falls irgendwie doch die konservativen Therapiemaßnahmen ausgestopft
00:31:19: zu sein scheinen und Operationen zur Debatte stehen, dann auf alle Fälle das Ganze nochmal
00:31:25: sich wirklich erklären lassen, sich eine Zweitmeinung holen und diese Entscheidung
00:31:29: sehr, sehr gut abwägen, um eben nicht irgendwann an das Ende der Pfarrnestange zu gelangen.
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